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Gefährliches Spiel des EHC Visp

Gefährliches Spiel des EHC Visp Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Sonntagnachmittag und der EHC Kloten ruft zum Family&Friends Day. Als gegnerische Mannschaft reist zum zweiten Mal diese Saison der EHC Visp aus dem Wallis an. Bei strahlendem Sonnenschein und 16 Grad Aussentemperatur finden 5012 Zuschauer den Weg in die stimo arena. Selbst im Gästesektor hat es ein paar wenige Fans und eine Walliserfahne wurde aufgehängt.

Kurz vor Spielbeginn präsentiert uns die Klotener Stehplatzrampe eine Choreo. Der Blitzeffekt wurde anscheinend mit Pyros erzeugt, denn eine grosse Rauchwolke formiert sich unter dem Stadiondach. Dieser hält sich dort hartnäckig und es kommt der Verdacht auf, dass die Klotener die ersten beiden Powerplaychancen deshalb vergeben. In der 14. Minute kann Steve Kellenberger den Puck nach einem versuchten Befreiungsschuss der Visper unter Kontrolle bringen und ihn im Visper Drittel halten. Er passt auf den freistehenden Dario Meyer, welcher eine Ehrenrunde dreht und den Puck mit voller Wucht ins Netz hinter Matteo Ritz spediert. Kurz darauf erhalten die Klotener nach einem Cross-Check der Walliser eine weitere Chance auf ein Powerplay. Ein übler Check in Bandennähe an Dario Meyer bremst dieses jedoch jäh aus. Er bleibt benommen auf dem Eis liegen, doch die Schiedsrichter lassen laufen. Dieser Check wird zum Erstaunen aller nicht geahndet, obwohl der Unparteiische gleich nebendran steht. Zum Glück ist Meyer wieder auf den Beinen und kann selbständig zur Bank fahren. Die Wut bei den EHC-Kloten Fans ist gross und dementsprechend der Geräuschpegel in der Halle. Was ist nur los mit den Wallisern heute? Ich bin beinahe versucht zu behaupten, dass sie auf Schaden aus sind, um den EHC Kloten zu schwächen.

 

You’ve got 17 seconds!

 

Die Mannschaft kommt wieder retour aus der Pause, doch Dario Meyer kehrt nicht mehr zurück. Scheinbar hat der Check doch seine Spuren hinterlassen. Die Stimmung ist angeheizt und fünf Minuten nach Beginn des zweiten Drittels kommt es zu einer Keilerei direkt vor der Walliser Spielerbank. Die beiden Haudegen dürfen sich zwei Minuten auf der Box abkühlen gehen. Dass die Klotener gerne und gut vier gegen vier spielen, beweisen sie nach 65 Sekunden beim 2:0. Marchon zeigt in der neutralen Zone ein Dribbling mit anschliessendem Pass zu Flurin Randegger, welcher den nun frei gewordenen Marchon gleich wieder anspielt und dieser muss nur noch einschieben. Fabian Eggenberger bringt Steve Kellenberger mittels einem Kniestich zu Fall und erhält eine Zweiminuten-Strafe. Kellenberger fällt rücklings aufs Eis und schlägt den Kopf an, passiert scheint hier zum Glück nichts zu sein. Verwerten können die Klotener erst das nächste Powerplay, welches ihnen Raphael Kuonen mit einem Beinstellen schenkt. Ramon Knellwolf zieht auf das Walliser Tor zu, schiesst, doch Ritz kann abwehren, aber nicht kontrollieren. So erbt Eric Faille den freiliegenden Puck und befördert ihn im Fallen backhand ins Tor. In der 35. Minute sprechen die Schiedsrichter für den Bandencheck von Niki Altorfer eine Fünfminuten-Strafe aus. Zeitgleich erhalten die Visper eine Zweiminuten-Strafe für übertriebene Härte. Wir haben wieder eine vier-gegen-vier-Situation. Dies ändert sich, als Lukas Haas für ein Halten seinem Kollegen auf der Strafbank Gesellschaft leistet. Auf der Klotener Bank beobachtet man schnelle Bewegungen und Lagebesprechungen. Dann der Hinweis des Trainers: «You’ve got 17 seconds!» Dennoch konnten sie aus der noch verbleibenden doppelten Überzahlzeit keinen Vorteil verbuchen. Der EHC Visp kassiert heute viele Strafen, bis zum Ende des zweiten Drittels sind es deren acht.

 

Zu Beginn des letzten Drittels verhilft Niki Altorfer den Klotenern zu einem Boxplaytraining. Dieses nutzen sie gekonnt und Sandro Zurkirchen bleibt ungeschlagen. Kaum kehrt Altorfer ins Spiel zurück, erhält er den Pass von Juraj Simek und kann in Penaltymanier auf Ritz losstürmen und punktet eiskalt. Flurin Randegger muss bei 48:42 auf der Matchuhr wegen Beinstellens für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Visper können sich im Klotener Drittel festsetzen und Linus Klasen setzt einen direkten Schuss auf Zurkirchen ab. Dem Klotener Torhüter ist die Sicht durch einen Visper Spieler verdeckt. So kann er nichts dagegen unternehmen und muss seine zu Null-Führung aufgeben. Die letzten 172 Sekunden laufen und Per Hanberg nimmt Matteo Ritz aus dem Tor. Die Klotener wehren dieses Überzahlspiel der Visper gekonnt ab und versuchen mehrfach den Puck in Richtung leeres Tor zu schiessen. Bei einem Versuch verfehlen sie nur ganz knapp, doch Marc Marchon scheint dies bereits vorhergesehen zu haben und stürmt dem Puck hinterher und kann ihn, nachdem er von der Bande abprallt, nur noch zum Schlussresultat von 5:1 ablenken.

 

Das Spiel ist keine Meisterleistung, besonders auf Walliser Seite. Auch die Leistung der Schiedsrichter kann hinterfragt werden. Warum wird ein Check, nach dem der Spieler am Boden liegenbleibt, nicht gepfiffen? Noch schlimmer: Er hat sich anscheinend verletzt und fehlte nach der ersten Drittelspause. Selbst von Seiten der Liga gibt es bis dato keine Anstalten, diese Strafe nachträglich auszusprechen. Wir wünschen Dario Meyer auf jeden Fall gute Besserung und hoffen, dass er beim nächsten Spiel am Dienstag wieder auf der Spielerbank zu sehen sein wird.

 

 

EHC Kloten vs. EHC Visp 5:1 (1:0 | 2:0 | 2:1)

Schüsse aufs Tor: 45:27 (14:8 | 19:5 | 12:14)

 

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF

 

Aufstellung: TeamRoaster

 

Eventdatum: 31.10.2021

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  stimo arena, Kloten

Veranstalter: EHC Kloten

Zuschauerzahl:  5012

 

Publiziert in Sport

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