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Nach Genf reisen, um den Pokal abzuholen

Nach Genf reisen, um den Pokal abzuholen Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Die Zurich State Spartans gewinnen das Finale der Nationalliga C mit 50:34 bei den Geneva Whoppers. Der Titel ist verdient, denn die Gastgeber stapften unbesiegt durch die Saison.

Die Reise beginnt schon um 12:00 Uhr. Pünktlich fahren wir mit dem Car in Richtung Welschschweiz. Schon kurz nach Abfahrt wird die mitgebrachte Boombox auf laut gestellt. Nach einer kurzen Erlös- und Rauchpause kommen wir nach knapp dreieinhalb Stunden bereits im Centre sportif des Cherpines in Plan-les-Ouates unweit der französischen Grenze an. Während die Spieler sich in die Kabinen zurückziehen, transportieren wir das ganze Verpflegungsmaterial in unsere Mannschaftszone. Hier bereiten «die Berchtolds» alles liebevoll vor.

Der Abend startet mit einem stillen Moment für den verstorbenen Vater eines Genfer Spielers. Anschliessen wird stramm gestanden für die Nationalhymne. Die Spartans gewinnen den Coin Toss und wählen wie immer die Option für die zweite Halbzeit. Sie kicken, die Genfer empfangen und starten ihr Angriffsspiel. Das Feld der Gastgeber ist kurz. Von der 40 bis zur 40 liegen geschätzt acht Yards, vier davon bis zur Mittellinie und vier wieder zurück. Das verändert das Spiel, weil jeder Drive schneller in Fieldgoal-Reichweite kommt.

Der erste Drive der Genfer endet mit einem Punt. Die Spartans drängen sie im zweiten Versuch sechs, sieben Yards zurück, im vierten und acht reicht es nicht für ein neues First Down. Der Punt bringt den Ball an die 23-Yard-Linie der Zürcher. Die Spartans starten mit einem Lauf von Vivian Kleger. Er wird zu Boden gerissen. Es gibt eine Strafe wegen Horse Collar. Fünfzehn Yards nach vorne. Der Angriff rollt. Im ersten Versuch sind es gleich mehr als zehn Yards. Ein neues First Down, danach sechs Yards, zweiter Versuch. An der gegnerischen 22-Yard-Linie bringt ein weiterer Lauf das neue First Down.

Der erste Touchdown folgt. Der Ball geht auf die Nummer 5, Nicolas Mönkhoff Miller. Er verliert ihn unterwegs, kann ihn aber im Nachvornrollen in der Endzone wieder aufnehmen. Die ersten Punkte für die Zürcher. Die Genfer verlieren den Ball. Es sieht nach einem Fumble aus, die Spartans lesen ihn auf. Nun die Verwirrung. Der Pass war noch nicht komplett, es ist incomplete, der Fumble zählt nicht. Die Genfer bleiben im dritten Versuch.

Der Schreckmoment des Abends. Bastian Egli liegt schreiend vor Schmerzen auf dem Feld. Was ich sehe, sieht alles andere als normal aus und erklärt den unerträglichen Schmerz, den er verspüren muss. Er wird verarztet und kurz vor der Halbzeit dann ins Spital gebracht. Die Mannschaft steht zusammen, das Spiel geht nach der Unterbrechung weiter. An der gegnerischen 18-Yard-Linie stehen die Genfer nach einer Face-Mask-Strafe fünfzehn Yards weiter vorne. Im ersten Versuch folgt ein Wurfspiel auf die Nummer 67, die schon in der Endzone steht. Sechs Punkte für die Genfer.

Die Spartans wirken danach nicht mehr ganz da. Ein Pass kommt nicht an, es geht vierzehn Yards zurück. Im dritten Versuch landet der Ball sogar in den Händen der Genfer. Die Interception bringt sie an die 21-Yard-Linie. Die Defense antwortet. Ein Pass auf die Nummer 38 der Genfer kommt nicht an, im zweiten Versuch wird der Quarterback zurückgedrängt und zu Boden gebracht. Bei Drittem und sechzehn muss er selbst laufen, kommt links raus und holt fünf Yards. Der Fieldgoal-Versuch geht rechts vorbei, keine Punkte.

Die Spartans laufen nun. Zwei Versuche bringen gut neun Yards, im dritten geht es über die Mittellinie. Ein weiterer Lauf bringt den Ball bis an die 12-Yard-Linie, neues First Down. Vivian Kleger nimmt den Ball, läuft trotz guter Deckung in die Endzone, zwei Genfer versuchen ihm noch im Weg zu stehen. Doch er ist schon im Flug und setzt in der Endzone zur Landung an. Sechs Punkte, der Kick sitzt. Mit dem Fieldgoal endet das erste Viertel und der 6:14- Führung der Gäste.

Bis an die 23-Yard-Linie tragen die Genfer den Ball zu Beginn des zweiten Viertels. Ein Lauf durch die Mitte bringt ein knappes neues First Down. Sie kommen nicht mehr vorwärts und punten, der Ball geht an der Seitenlinie raus. An der eigenen 20-Yard-Linie beginnen die Spartans. Ein Pass von Fabio Ernst ist zu lang, incomplete, dritter und neun. Auch die Zürcher müssen punten und die Whoppers übernehmen wieder.

Louis Verdet. Die Nummer 26 der Whoppers läuft mit einem sensationellen Lauf bis an die 7-Yard-Linie. Erst dort bringt Jeremy Cairo ihn zu Boden. Im ersten Versuch kommen sie zwei Yards weit, im zweiten geht der weite Wurf in die Endzone auf die Nummer 6. Der Pass ist zu lang. Die Defense hält, an der eigenen 5-Yard-Linie verlieren die Whoppers den Ball. Die Spartans kommen heraus. Ein Lauf von Yasin Shah, die Nummer 40, bringt sie beinahe an die Mittellinie.

Es bleiben noch etwas mehr als drei Minuten. Die Zürcher kommen nicht mehr vom Fleck und punten. Die Genfer haben im dritten Versuch ein knappes Yard, vermasseln es aber. Im vierten Versuch werfen sie, ohne dass jemand da ist. An der 51-Yard-Linie übernehmen die Spartans. Die Two-Minute-Warning unterbricht den Drive. Noch 1:46 zu spielen, die Spartans holen ein paar Yards. Ein Timeout bei noch 1:27 der Whoppers. Im vierten und zwei gehen die Zürcher für einen Tush Push, der reicht für ein neues First Down an der gegnerischen 31-Yard-Linie.

Die Strafen häufen sich. Fünf Yards gegen die Defense, anschliessend Roughing the Passer gegen die Genfer, fünfzehn Yards, jedoch nur halbe Distanz, weil innerhalb der 30 Yard-Linie. Elf Sekunden bleiben, der Ball liegt einen Yard weiter vorne, zweiter und neun. Die Zürcher riskieren alles. Statt eines Fieldgoals kommt ein Wurfspiel in die Endzone auf Finn Bühler. Er nimmt den Ball an, sechs weitere Punkte. Die Spartans führen zur Pause mit 22:6 Punkten.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Die zweite Halbzeit beginnt mit Vivian Kleger. Er trägt den Ball bis an die gegnerische 40-Yard-Linie, neues First Down. Ein weiter Wurf auf die Nummer 87, der Empfänger läuft ungebremst in die Endzone. Der Kick hätte gesessen, aber eine Flagge liegt auf dem Feld, daraus resultiert kein Zusatzpunkt. Die Defense der Spartans blockt nun und drängt den Quarterback zurück, zweiter und zwölf. Der Moment, der das Spiel dreht. Jeremy Cairo fängt eine Interception und trägt den Ball bis in die Endzone zum 6:28, dank seinem Pick Six.

Die Whoppers geben nicht auf. Louis Verdet läuft an die gegnerische 41-Yard-Linie, neues First Down. Eine Face-Mask-Strafe gegen die Spartans bringt sie an die 18-Yard-Linie, aber weil sie nach der 30-Yard-Linie passiert ist, zählt erneut nur die Hälfte. Ein Wurfspiel in die Endzone kommt nicht an. Im vierten Versuch befindet sich der Quarterback Ludwing Gonzalez kurz vor der Endzone. Er sieht noch die Möglichkeit zu laufen und holt sechs Punkte für die Genfer.

Die Antwort der Spartans ist ein Pass, der aber in den Fingern der Whoppers landet. Die Interception bringt Genf an die Mittellinie. Damien Roch nimmt den Ball an der linken Seitenlinie an, läuft quer über das Feld nach rechts, macht einen leichten Bogen und bringt ihn in die Endzone. Sechs Punkte für die Genfer. Im folgenden Drive kommen die Gäste nicht weit und müssen punten. Der Punt der Spartans misslingt und der Ball geht zu hoch und zu kurz. Bis an die gegnerische 31-Yard-Linie tragen ihn die Genfer dann noch zurück. Die Nummer 99 sackt den Quarterback, wirft sich auf Eliott Bahamonde und drängt den Ball bis fast an die Mittellinie zurück. Der nächste Pass findet keinen Empfänger, vierter und zwanzig.

Die Defense bricht das Momentum der Gastgeber. An der eigenen 7-Yard-Linie übernehmen nun die Spartans. Zwei Versuche bringen fünf Yards. Eine Unkonzentriertheit, der Ball wird in der eigenen Endzone verfehlt und dort von einem Spieler aufgenommen. Safety für die Whoppers, zwei Punkte. Der Kickoff ist flach, die Genfer laufen zurück und verlieren den Ball. An der 50-Yard-Linie sind die Spartans wieder im Besitz. Sie kommen aber nicht weit und punten. Ein Quarterback-Lauf bringt die Genfer bis an die gegnerische 31-Yard-Linie, damit endet das dritte Viertel.

Ins vierte Viertel starten die Genfer mit drittem und zehn. Ein Wurf in die Endzone kommt erstaunlicherweise nicht an. Der nächste Pass ist zu hoch und zu lang. Die Spartans übernehmen an der eigenen 32-Yard-Linie. Ein Wurf der Zürcher wäre schön gewesen, ist aber zu lang, ein Genfer hat sogar die Finger dran. Zum Glück incomplete und keine Interception. Im vierten Versuch müssen sie gut drei Yards überwinden. Vivian Kleger bekommt den Ball, schafft es nicht. An der 50-Yard-Linie übernehmen die Whoppers.

Jetzt kommen die Genfer noch einmal. Ein schönes Wurfspiel bringt ihnen ein neues First Down an der gegnerischen 22-Yard-Linie. Der Quarterback läuft selbst zwei Yards. Anschliessend findet er Damien Roch, der den Ball annimmt und knapp um den Pfosten herum in die Endzone läuft. Sechs Punkte für die Genfer. Die Spartans kommen mit einem Wurfspiel auf Malte Kölle bis an die gegnerische 20-Yard-Linie. Im dritten nimmt Yasin Shah den Ball und läuft in die Endzone, sechs Punkte. Im Gegenzug liegt ein weiterer Spieler der Spartans auf dem Feld. Die Spartans versuchen die Two-Point-Conversion, weil es eine Flagge gegen die Whoppers gab. Es bleibt aber bei sechs Punkten. Neuer Spielstand ist 28:42 bei noch 4:42 zu spielen. An ihrer eigenen 25-Yard-Linie starten die Whoppers und ein Lauf bringt sie an die 41 nach vorne. Ein Quarterback-Sack stoppt sie. Der Quarterback reklamiert beim White Hat, doch der interessiert sich nicht dafür, da er keine Vergehen gesehen hat. Es geht weiter an der 41-Yard-Linie mit dem zweiten Versuch.

Drei Minuten vierzig bleiben. Die Whoppers holen ein neues First Down an der gegnerischen 31-Yard-Linie. Ein Fehlstart drängt sie fünf Yards zurück, dritter und dreizehn. Ein weiter Wurf kommt nicht an, vierter Versuch, noch 2:40 zu spielen. Der Ball ist lose. Die Spartans tragen den Ball in die Endzone. Zwei Flaggen fliegen, für einen Moment weiss niemand, was zählt. Am Ende stehen weitere acht Punkte auf der Tafel und die Zürcher führen 28:50.

Es bleiben zweieinhalb Minuten. Die Spannung an der Seitenlinie der Spartans ist zu spüren, obwohl der Stand eigentlich klar ist. Die Whoppers kommen mit einem Wurfspiel an die gegnerische 33-Yard-Linie. Die Two-Minute-Warning unterbricht das Spiel noch einmal. Die Genfer versuchen es mit weiten Würfen, die Zeit läuft ihnen davon. Im dritten Versuch klappt es, Damien Roch nimmt den Ball in der Endzone an und holt noch sechs Punkte. Mehr gelingt ihnen nicht.

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

MVP des Abends: «die Berchtolds» wie sie von allen liebevoll genannt werden. 

 

Dann ist es vorbei, die Zurich State Spartans gewinnen mit 34:50 auswärts gegen die bis dato ungeschlagenen Geneva Whoppers. Nicht nur das mitgebrachte Bier sprudelt nun, auch Freudentränen fliessen beim einen oder andern. Natürlich dürfen auch die Siegeszigarren nicht fehlen. Für die Medaillenvergabe stehen die Spartans Spalier und lassen die Whoppers durchlaufen, wo sie dann von den beiden Vereinspräsidenten die Silbermedaillen erhalten. Im Gegenzug stehen anschliessend die Whoppers für die Spartans Spalier, damit sie sich ihre verdiente Goldmedaille und den Pokal abholen können.

Nun wartet nochmals eine über dreieinhalbstündige Carfahrt nach Wangen auf uns. Kurzerhand wird der Car mit dem eigentlich für den Reiseführer vorhandenen Mikrofon in ein Karaoke-Etablissement umgewandelt. Kurz nach zwei Uhr morgens kommen wir dann wieder in Wangen an, wo wir uns alle Verabschieden. Viele kommen und bedanken sich bei mir für die Fotos und die Berichte. Ich freue mich, immer wieder dabei sein zu dürfen und hoffe, euch auch in der Saison 2027 wieder begleiten zu dürfen. Gratulation nochmals zum Sieg und den Verletzten gute Besserung und gute Genesung.

 

 

  

 

Geneva Whoppers vs. Zurich State Spartans 34:50 (5:7)

Details zum Spiel: SAFV Gamecenter

Eventdatum: 31.10.2026

Fotografen:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Centre sportif des Cherpines, Plan-les-Ouates

Veranstalter: Geneva Whoppers

Zuschauerzahl: geschätzt 200

 

Gamebilder:

 

Feier:

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Sport

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