Laut, aber nicht schmutzig – Masters of Dirt
Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Im Hallenstadion bretterten am Samstag für zwei Vorstellungen hintereinander Freestyle-Athleten auf Bikes, Quads, einem Schneemobil und Buggy über meterhohe Rampen. DJ Mosaken sorgt für fette Beats und die Fuel Girls heizen mit ihrer Show kräftig ein.
«Masters of Dirt» gibt es nicht erst seit gestern. Um genau zu sein hat Georg Fechter die Show 2003 das erste Mal durchgeführt. Die Freestyle-Athleten präsentieren Stunts und Tricks mit Motocross, Mountainbikes, BMX, Scooter, Buggy und einem Schneemobil. Ja, ein Schneemobil. Und ja, ich sehe auch jemanden auf Roller Skates und mit einer Schubkarre. Sie katapultieren sich und ihre fahrbaren Untersätze über meterhohe Rampen durch die Luft. Wer dabei sagt: «Schon zig Mal gesehen», liegt nicht ganz falsch. Einerseits wurden in all den Jahren sagenhafte 21 Länder bereist und über 250 Shows durchgeführt. Aber jedes Jahr versuchen sie, einen neuen Weltrekord aufzustellen und das Limit zu erhöhen. Die Sprünge sind schlichtweg spektakulär und lassen nicht nur Herzen von James Bond-Stuntmen höherschlagen, wenn beispielsweise mit einem Schneemobil ein Backflip gezeigt wird. An der Nachmittagsvorstellung werden vermutlich mehr Kinder anwesend sein als am Abend. Aber sowohl ab 14 Uhr als in der Abendvorstellung zeigt der Nachwuchs ihr Können im Rahmen des Programms.
Beeindruckend, wie hoch sie mit ihren Rädern durch die Luft fliegen und die Tricks vorführen. Meinereiner hätte die Radlerhosen schon voll, wenn ich nur auf der Plattform stehen und auf die Rampe runterschauen würde. Aber sie fahren da nicht nur runter, sondern auf der andern Seite wieder hoch, um dann tatsächlich abzuheben. Die Biker stehen ihnen in nichts nach. Ich bin früher auch Motorrad gefahren. Aber was die Athleten hier zeigen, habe ich eher unabsichtlich zustande gebracht. Nach Möglichkeit habe ich beide Hände am Lenker gehabt und bin nicht horizontal zum Lenker unterwegs gewesen. Statt eines Backflips brachte ich höchstens eine Seitenrolle zustande und das will keiner.
Selbstverständlich kann man sich auch Autogramme sichern – und das ist auch in der digitalen Welt noch immer gefragt. Der Österreicher Fabio Widmer ist erfolgreicher Youtuber, dessen Trial-Stunts grossen Anklang finden. Nicholi Rogatkin aus den USA ist dreifacher Crown Champion und hat als erster den Twister und Cork 1440 gestanden. Kai Haase war seit 2013 FMX-Profi, fährt aber laut einem Interview von letztem Jahr wegen seines Unfalls im Frühling 2023 nicht mal Fahrrad und musste seine Karriere beenden. Er engagiert sich aber hinter den Kulissen und wird auch an der Signing Session sein, die nach der Abendvorstellung stattfindet.
Mit dabei ist auch DJ Mosaken, der für fette Beats sorgt und der Show den zusätzlichen Powerkick verpasst. Nicht mehr wegzudenken sind auch die Fuel Girls, die dem Publikum mit ihrer Pyro-Aerial-Feuer-Show zusätzlich ordentlich einheizen. Alles in allem wurde viel fürs Auge geboten und manchmal musste man sich entscheiden, auf was man sich gerade konzentrieren will. Einziger Wermutstropfen sind vermutlich die Abgase, die wie nach einem Stau im Gotthardtunnel noch Stunden später auf meiner Zunge schmecken konnte.
Eventdatum: 08.03.2025
Fotografin: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: Hallenstadion, Zürich
Veranstalter: act entertainment ag
Zuschauerzahl: unbekannt
https://szenemagazin.ch/sport/item/1377-laut-aber-nicht-schmutzig-masters-of-dirt#sigProId9800d69789
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Michelle Brügger
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