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Wenn es in den letzten 3.5 Minuten fast zur Wende kommt

Wenn es in den letzten 3.5 Minuten fast zur Wende kommt Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Der Titelverteidiger der letzten Saison zeigt sich dieses Jahr nicht ganz so überlegen und souverän. Aber auch bei einem Vorsprung von 4 Toren sollte man den Sieg nicht vor dem Schluss-Horn als Tatsache ansehen.

Bevor das Spiel beginnt, wird der rote Teppich ausgerollt. Für Peter Zahner, der den diesjährigen Sportpreis 2023 des Kantons Zürich überreicht bekommt. Die Auszeichnung erhält der CEO des ZSC Lions für sein aussergewöhnliches Engagement für den Sport und die Sportförderung, insbesondere auch im Frauen- und Nachwuchsbereich, heisst es in der Pressemitteilung. Zahner hält strahlend einen grossen Check über 20'000 Franken in die zahlreichen Kameras, während ihm über 10'000 Anwesende applaudieren.

Der Beginn der Partie ist nicht ganz so energiegeladen, wie ich mir das gewünscht hätte. Zumindest habe ich die Lions etwas öfter in der Heimkurve erwartet, als es tatsächlich der Fall war – vor allem deshalb, weil die rote Lampe schon 2:39 Minuten nach Spielbeginn hinter Robert Mayer aufleuchtete. Das erste Drittel war beinahe in der Hälfte, als Mayer nur kurz zögerte, als er wie eine Rakete aus seinem Torbereich schiesst, um sich nahe der blauen Linie vor einen verdutzten Vinzenz Rohrer zu werfen. Tim Berni rettet sich mit einer Art Hürdensprung über seinen Torhüter hinweg. Doch wo ist der Puck? Der liegt noch in der Nähe von Mayer, bevor er erneut von Grant Derek ins Tor geschossen wird.

Der Abend läuft nicht sehr rund für den Genfer Keeper, denn 11:35 Minuten ins Spiel fällt Tor Nummer drei durch Rudolfs Balcers und das bedeutet Feierabend für Mayer. Für den restlichen Abend wird Gauthier Descloux versuchen, weitere Tore zu verhindern. Das gelingt ihm zunächst auch sehr gut und er wehrt einige brenzlige Situationen ab. Anderthalb Minuten vor Drittelsende haben die Lions ihre erste Chance, im Powerplay zu agieren. War die Natipause zu lange und sie haben es verlernt? Es macht schon etwas den Eindruck, denn wer nicht aufgepasst hat oder die Spieler durchzählt, merkt nichts davon.

Mit frischem Elan geht es ins Mitteldrittel. Wobei… eigentlich wäre das ja ein Waschmittel und kein Weichspüler. Und man kann auch nicht behaupten, dass die Spieler mit Leistung geglänzt oder geschmeidig auf dem Eis unterwegs gewesen wären. Powerplay Nummer zwei wegen Hakens von Arnaud Jacquemet und die leicht zeitversetzte Spielverzögerung Michael Völlmins ändern aber immerhin das Scoreboard von 3:0 in 4:0 ab. Die vierte Überzahlsituation knapp 3 Minuten vor der nächsten Pause verstreicht aber auch wieder ohne Tor oder nennenswerte Chancen seitens der Lions.

 

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Wie heisst es so schön: Die Luft ist endgültig raus. Die Gastgeber wiegen sich mit ihrem Vorsprung in Sicherheit und nehmen den Druck komplett raus. Das führt dazu, dass die Partie praktisch durchgängig im Zürcher Drittel stattfindet. Rudolfs Balcers muss wegen Beinstellens auf die Bank, doch es bleibt beim aktuellen Torstand. Der Topscorer Juho Lammikko tritt heute eher verhalten in Szene. Allerdings fällt knapp 3,5 Minuten vor Ende das erste Gegentor, während er wegen hohen Stockes draussen sitzt. Nein, das Spiel ist noch nicht gewonnen, da sollte man sich wohl nochmal aufraffen. Das denken sich zumindest die Gäste, die direkt nach dem Treffer Gauthier Descloux gegen einen 6. Feldspieler austauschen.

Dieses Mal zahlt sich das Manöver aus, denn die Versuche von Empty-Nettern werden erfolgreich abgewehrt und am Ende zappelt der Puck ein zweites Mal hinter Simon Hrubec im Netz. Dass die Stimmung immer aufgeheizter wird, zeigen auch die zahlreichen Schlagabtausche – leider immer vor dem Tor auf der anderen Seite der Halle. Der letzte Zweikampf bringt kurz NHL-Gefühle auf, denn Juho Lammikko und Daniel Winnik geben sich auf dem kalten Boden Saures und können nur mit grosser Mühe getrennt werden. Es sind noch 1.01 Sekunden zu spielen, als die Schiedsrichter die beiden Streithähne auf die Bank schicken.

Schlussendlich gewinnen die ZSC Lions mit 4:2 in einer etwas langatmigen Partie und sichern sich weiterhin die Tabellenführung. Ihre nächste Begegnung ist erst am kommenden Freitag in Lugano, gefolgt vom Heimspiel gegen den HC Ajoie. Danach haben sie erneut 10 Tage Pause, bevor es am 19.12., 21.12. und 23.12. zu den letzten Partien dieses Jahr kommt. Das versprechen spannende Spiele um die Tabellenführung zu werden, wenn man auf Lausanne HC, EV Zug und Fribourg-Gottéron trifft.

 

 

   

ZSC Lions vs. Genève-Servette HC: 4:2 (3:0 | 1:0 | 0:2)

Schüsse aufs Tor: 30:39 (13:7 | 15:13 | 2:19)

Details zum Spiel:  Gamecenter SIHF

Aufstellung:  TeamRoster

 

Eventdatum: 02.12.2023

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  SwissLife Arena, Zürich

Veranstalter: ZSC Lions

Zuschauerzahl: 10861

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Sport

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