Eins zu Null für die ZSC Lions gegen den HC Davos
Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Die erste Runde der «Best of 7» im Viertelfinal geht an den Gastgeber. Und sie können es ja doch: Die Zürcher erzielen zwei der vier Treffer im Powerplay. Zum Thema «Fair Play» kommen wir später noch.
Auch wenn die Davoser nur zwei Mal zu einem Überzahlspiel kommen, fühlt es sich in der Partie streckenweise an, als wären die Gäste im Powerplay. Sie agieren offensiv, installieren sich sehr oft vor dem Zürcher Tor und können sich ungestört aufstellen. Allerdings scheitern sie einerseits an der Verteidigung und andererseits am hintersten Mann ihres Gegners. Die SwissLife Arena ist wortwörtlich bis unters Dach gefüllt und zumindest die Zürcher Fans haben schon nach 5 Minuten Grund zum Jubeln. Ihr erstes Powerplay ist 4 Sekunden zuvor beendet, aber die Formation vor Sandro Aeschlimanns Tor stand bereits. Lucas Wallmark schiebt den Puck zu Dean Kukan, dieser schiesst auf den Kasten und Chris Baltisberger lenkt die Scheibe ins Netz ab.
Simon Bodenmann muss in der 10. Minute wegen übertriebener Härte vom Eis – dabei hat er nur den Job der Schiedsrichter übernommen, den Kampf zwischen Lucas Wallmark und Chris Egli zu beenden. Letzterer wurde später noch für einen Haken bestraft. Drei Minuten vor Drittelsende musste der verdutzt wirkende Simon Hrubec den Puck aus dem Netz fischen. Es schien, als hätte Hrubec den Schuss nicht kommen sehen, der da ohne eine Reaktion einfach rechts an ihm vorbeigerollt. Im Mitteldrittel lösen sich Strafen mit Powerplay-Toren ab. Sven Jung muss wegen Haltens vom Eis und 5 Sekunden vor Ablauf der Strafe fällt das 2:1 durch Chris Baltisberger. Kurz darauf muss Willy Riedi vom Eis, doch auch das zweite Powerplay für die Davoser führt nicht zum Ziel. In der Spielmitte muss erneut Chris Egli vom Eis und dieses Mal sind es 2 Sekunden vor Ende der Überzahlsituation, als das 3:1 durch Alexandre Texier fällt.

Mit dem 4:1 nach knapp 6 Minuten gespielter Zeit im letzten Drittel erreichen die Emotionen ihren Siedepunkt. Sie eruptieren etwas weniger als 11 Minuten vor Ende der Partie in einer Schlägerei vor dem Zürcher Tor. Überall Zweikämpfe, fliegende Helme wie in einem Asterix-Film und alle werden Zeuge der Beendigung des Welpenschutzes durch den Davoser Topscorer. Moment… Welpenschutz? Der ZSC-Youngster Daniil Ustinkov trägt aus Altersgründen noch den vergitterten Helm. Diesen hat er einerseits bei der Rangelei mit Matej Strànsky verloren und bekam dann auch noch das Leibchen über den Kopf gezogen. Willkommen bei den Erwachsenen, Daniil.
Was auch immer Strànsky danach noch über die Lippen kam – die Strafe wegen übertriebener Härte wurde um 2 Minuten erhöht wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber Offiziellen. Auch Chris Baltisberger und Enzo Corvi haben es in den Augen der Refs etwas mit der Härte übertrieben und so kommen die ZSC Lions für insgesamt 4 Minuten zu einer Überzahlsituation. Schlussendlich hat sich am Ergebnis nichts mehr geändert und die ZSC Lions feiern ihren ersten Sieg im Kampf um den Einzug ins Halbfinal mit 4:1. Schon am Freitag geht es ins Landwassertal. Noch ist nichts entschieden und es gibt auch keinen Grund, sich entspannt zurückzulehnen. In diesem Sinne: Vollgas, ZSC!
ZSC Lions vs. HC Davos: 4:1 (1:1 | 2:0 | 1:0)
Schüsse aufs Tor: 26:26 (5:10 | 14:12 | 7:4)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 15.03.2023
Fotografin: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: Swiss Life Arena, Zürich
Veranstalter: ZSC Lions
Zuschauerzahl: 12000
https://szenemagazin.ch/sport/item/1037-eins-zu-null-fuer-die-zsc-lions-gegen-den-hc-davos#sigProIdb82906e382
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Michelle Brügger
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