Gefühlsachterbahn mit James Bay - rockig und sentimental
Michelle Brügger / szenemagazin.ch
James Bay, die perfekte Mischung aus Ed Sheeran und Mumford and Sons. Wer sich in der Folk-Pop-Szene wohl fühlt, verlässt den Konzertsaal voller Begeisterung. Für Abwechslung ist gesorgt, James Bay umfasst das ganze Spektrum von rockigen Tracks zu hoch emotionalen Akustikversionen. Musik von seinem ersten veröffentlichten Album bis zu Songs des neusten Albums umfassen dieses wunderbare Konzert.
Am Montag, 7. November um 8 Uhr geht das Konzert mit einem amerikanischen Musiker aus Pittsburgh, Pennsylvania los. Kevin Garrett eröffnet die musikalische Stimmung im x-tra. Mir ist dieser Künstler zu diesem Zeitpunkt unbekannt. Er wurde aufgrund seiner Zusammenarbeit mit Beyoncé am Album «Lemonade» sogar für einen Grammy nominiert. Seine Musik ist sehr sentimental und beinhaltet viele hohe und sanfte Töne mit viel Feingefühl. Meiner Meinung nach ist es schön zu sehen, dass ein junger Mann trotz den vielen technischen Möglichkeiten, auf die wir uns heute verlassen können, alleine mit seiner Gitarre auf die Bühne tritt. «Hi, my name is Kevin Garrett. I am from America. Thanks for coming early to see me perform». Seine musikalischen Fähigkeiten sind ohne Zweifel sehr gut, doch seine Musik verliert sich leider in den lauten Seitengesprächen des Publikums. Dies erschwert für mich persönlich das fokussierte Zuhören. Charakteristisch ist Kevin Garretts komischer trockener Humor, der es ihm ermöglicht, seine Nervosität und Unbeholfenheit zu nutzen und mit dem Publikum zu kommunizieren. Alle seine Songs sind eher traurig. Er richtet seinen zweiten Song an alle Singles oder an alle, die bald Single sein werden und bietet auch eine Cover-Version, welche den Fans ermöglicht, Teile davon mitzusingen. Im Grossen und Ganzen war sein Auftritt gut, geht jedoch als Voract unter diesen Umständen ein bisschen verloren, was natürlich sehr schade ist. Sein Talent kann er meines Erachtens während dem gemeinsamen Auftritt mit James Bay am späteren Abend besser zeigen.

Es ist 20:30 Uhr, als das Konzert von Garret zu Ende geht. Wir warten ungeduldig in der Menschenmasse auf den grossartigen britischen Künstler James Bay. Er begann seine Karriere im Jahre 2014 mit dem Lied Hold back the River. Alle glauben, dass seine Musikkarriere von einem Tag auf den anderen startete. Doch James hat bereits 10 Jahre lang Musik gemacht, bevor er seinen ersten Erfolg erzielte. Im Alter von nur 11 Jahren startete Bays Inspiration für das klassische Gitarrenspiel, nachdem er Eric Claptons Lied Layla hörte. Er benutzte eine alte rostige Gitarre mit fünf Saiten, die er in einem Schrank seines Hauses fand. Diese Freude am Saiteninstrument wird vielfältig während des gesamten Auftritts kreativ und abwechslungsreich genutzt. James Bay gelingt es, das ganze x-tra zu begeistern. Der Jubel und das Klatschen der Konzertbesucher werden nach jedem seiner Songs lauter. Dies nicht zu Unrecht, denn der Künstler bietet den Fans eine ausgezeichnete Show. Voller Energie, mit kräftigen Instrumenten und mit hochsentimentalen Akustikversionen seiner Lieder kann er sowohl jung als auch alt begeistern.
Für mich ist dieses Konzert geprägt von Highlights, von welchen ich euch hier in diesem Bericht erzählen werde. Es ist schwer, dem einzigartigen Auftritt des britischen Artisten mit Worten gerecht zu werden. Ich werde jedoch mein bestes Versuchen, um euch das Gefühl zu geben, als seid ihr selbst an diesem Konzert gewesen.
Ich möchte als erstes mit einem Kompliment an den Künstler starten. Er hat nicht nur eine unglaubliche Stimme, sondern schreibt auch seine Lieder selbst. Als Songwriter und Performer fühlt es sich für mich so an, als würde der Künstler mir eine Geschichte durch seine Lieder erzählen. James erzählt uns von seiner erdrückenden Zeit während der Pandemie. Ich denke, vielen ist die Zeit der Pandemie als schwer und erdrückend vorgekommen, jedoch äussern sich wenige ehrlich zu diesem Thema. Bay berichtet uns, dass er sein drittes Album aus einer dunklen und langen Periode seines Lebens schrieb. Ihm wurde bewusst, wie wichtig es ist, Leute, um sich zu haben in einer depressiven Phase, welche für einen da sind. Er scheint ein normaler, bescheidener junger Künstler zu sein, mit welchem man einfach gerne einmal ein Bier trinken würde. Mit diesem Intro möchte er vor seinen Fans einen Dank an seine grosse Liebe Lucy Smith aussprechen. Seit die beiden 17 Jahre alt sind, führen sie eine Beziehung. Nicht nur führen die beiden eine glückliche Beziehung, sondern haben dieses Jahr im August geheiratet und haben eine Tochter, Ada Violet James. Mit diesen Informationen spielt uns der Künstler den schönen Song One Life vor. Wie in einer Autobiografie beinhalten seine Lyrics menschliche Erfahrungen, welche er persönlich erlebt und aufgreift. Er schafft es, diese Themen für uns greifbar zu machen und gefühlsecht und gleichzeitig hoffnungsvoll zu spielen.
Als zweites Highlight gilt definitiv dieser Moment, als Bay zur akustischen Version wechselt. Während seines Auftritts wechselt er reibungslos vom typischen Folk zu Folk Rock oder zu Pop. Durch diese Stilwechsel bleibt es für alle Fans stets interessant und voller Neugierde, was als nächstes passieren wird. Unbeschreiblich sentimental wird es, als die Künstler zu dritt vorne an der Bühne mit 2 akustischen Gitarren und einem Keyboard sitzen. Sie singen das Lied Need the Sun to Break. Dieser Song lässt mir viel Spielraum für Interpretationen. Dieser Track ist für mich eine konstante Erinnerung daran, die Momente zu geniessen, sich ergebende Chancen zu nutzen und nicht ewig lang zu warten, denn irgendwann vergehen diese einmaligen Gelegenheiten. The Sun ist für mich dieser Hoffnungsschimmer auf eine Chance. Wenn diese Sonne erscheint, muss man sie geniessen, auch wenn uns das Angst machen sollte. Diese Thematik kann sowohl in der Liebe, aber auch in jedem anderen Bereich des Lebens von Bedeutung sein. Angst zu haben, sollte kein Hindernis sein, etwas nicht zu tun. Um es Allgemein zu halten, sind die Texte von Bay immer von viel Bedeutung, da er der Songwriter und der Performer ist, kann er uns seine Lieder mit echten Erfahrungen, Geschichten und Gefühlen aufführen.
James Bay stand vor seinem grossen Durchbruch bereits mit Künstern, wie Kodaline, Hozier, Taylor Swift, The Rolling Stones, Ed Sheeran und sogar the Lumineers als Vorband auf der Bühne. Sein Talent erkannten viele grosse Künstler schon früh. Mit seiner lockeren und sympathischen, «down to earth»-Mentalität macht sich James Bay einfach sympathisch. Das Konzert nähert sich dem Ende. Die Zugabe hätte nicht lauter ausfallen können, der ganze Konzertsaal singt und feiert mit, als James Bay und seine Band mit Hold Back the River das Konzert beendet. Mit der Bemerkung, dass er den letzten Song nicht mehr spielen wird, damit er einen guten Grund hat, das nächste Mal wieder in die Schweiz zu kommen und diesen zu spielen. Es ist eine aufregende Abschiedsstimmung, und bis zum nächsten Mal sollte es nicht mehr lange gehen.
Die Atmosphäre des heutigen Abends ist freundlich und entspannt. Obwohl seine Musik persönliche, verletzliche und teils sogar melancholische Texte enthält, sind alle Zuschauer des heutigen Abends sehr begeistert. Ein sensationell gelungener Auftritt der Folk-Ikone. Voller Aufregung warten wir Fans jetzt schon auf den versprochenen nächsten Auftritt von James Bay in der Schweiz.
Eventdatum: 07.11.2022
Bericht: Daniela Frei / szenemagazin.ch
Fotografin: Michelle Brügger / szenemagazin.ch
Location: x-Tra, Zürich
Veranstalter: Gadget abc Entertainment Group AG
Zuschauerzahl: ausverkauft
https://szenemagazin.ch/konzert/item/950-gefuehlsachterbahn-mit-james-bay-rockig-und-sentimental#sigProId3a08d6b7e8
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