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Deep Purple in Höchstform

Deep Purple in Höchstform Reto Turotti / szenemagazin.ch

Deep Purple rocken das ausverkaufte Hallenstadion in Zürich. Ian Gillan, Simon McBride, Roger Glover, Ian Paice, Don Airey drehen zum Grande Finale nochmal so richtig auf.

Es ist kurz vor 21:15 Uhr und alle warten gespannt auf den Auftritt der Rocklegenden aus England. Das Bühnenlicht geht an und Ian Gillan beginnt die Show mit einem Intro über die Band. Danach erklingen die Klänge von Highway Star und sofort hält es keinen der Zuschauer mehr auf den Sesseln und alle singen oder besser gröhlen den Song mit. Auch mit 77 Jahren hat Frontman Ian Gillan immer noch eine super Stimme, die unverkennbar ist. Sofort fällt mir auf, dass Gitarrist Steve Morse nicht mit auf der Bühne steht. Er ist an der Seite seiner schwer erkrankten Frau.

Sein Ersatz heisst Simon McBride. McBride beherrscht die Gitarre wie kein zweiter. Er stand schon mit weiteren grossen Stars auf der Bühne wie Joe Satriani, Joe Bonamassa und jetzt mit Deep Purple. Seine Klasse beweist er auch auf seinem Solo Album «The Fighter». Darauf sind zwölf klassische, kernige Rocksongs. Weiter geht es mit Pictures of Home und No Need to Shout, wo die beiden Gitarristen Simon McBride und Bassist Roger Glover je mit einem Solo auftrumpfen.

Danach wechsle ich vom Bühnengraben zur Pressetribüne, um von dort aus das Konzert ohne Kamera weiter zu geniessen. Dort nehme ich zum leisen Song Uncommon Man aus dem Album «Now What?» Platz, als Simon McBride sein Können zeigt. Dieser Song wurde dem im Jahr 2012 verstorbenen John Lord gewidmet. Bei Lazy vom geschichtsträchtigen Album «Machine Head» kommt Don Airey zu seinem Soloauftritt. Er zeigt während über acht Minuten seine Fingerfertigkeit an den Keyboards. Das war für mich ein absolutes Highlight, wie er die Zuschauer in seinen Bann ziehen kann.

In der Zwischenzeit zog sich Ian Gillan hinter die Bühne zurück. Nach der kurzen Pause zeigt dieser, dass er nicht nur singen kann, sondern auch die Mundharmonika beherrscht. Weiter geht es mit einem Medley vom 2022er Coveralbum «Caught in the Act». In diesem Song zeigt Ian Gillan seine komplette Stimmlage. Er überzeugt auch durch seine Spielfreude, was mir aufgefallen ist. Mit Anya wird es wieder so richtig rockig laut, eben Deep Purple pur. Laut Aussagen von Ian Gillan nach diesem Titel wurde dieser seit langem nicht mehr live gespielt.

 

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Mit Perfect Strangers folgt ein weiterer Knaller aus der langen Karriere der Band. Seit ihrem ersten Konzert im April 1968 hat die Band über 130 Millionen Alben verkauft, womit Deep Purple zu den weltweit erfolgreichsten Rockbands der Welt gehört. Gründungsmitglieder sind Rod Evans, Ritchie Blackmore, Nick Simper, John Lord und Ian Paice. Paice ist der einzige, der heute noch am Schlagzeug der Band ist und im Hallenstadion das beste an den Drums gibt. Im Jahr 2016 kündigt die Band ihre Abschiedstour mit dem Namen Long Goodbye Tour an, die bis heute noch ihre Gültigkeit hat! In dieser Zeit sind die Alben «Whoosh!» und «Turning to Crime» entstanden. Wie es bei Konzerten so üblich ist, kommen die grössten Hits immer zum Schluss. Mit dem bekanntesten Riff der Musikgeschichte dröhnt Smoke on the Water durchs Hallenstadion und alle stehen auf. Hinter dem Song steht eine tragische Geschichte, die sich am 4. Dezember 1971 in Montreux ereignete. Während des Konzertes von Frank Zappa brach Feuer im Casinosaal in Montreux aus. Deep Purple verarbeitet dieses Unglück in ihren Lied.

Hier ein kleiner Auszug aus den Lyrics von Smoke on the Water: “We all came out to Montreux - On the Lake Geneva shoreline - To make records with a mobile - We didn't have much time”.

Die Band zieht den Song in die Länge und Ian Gillan hält das Mic in die Zuschauer und alle gehen mit. Ja, und dann war bereits Schluss nach 90 Minuten, aber nicht ohne Zugabe! Black Night ist der letzte Titel des Abends. Ian Gillan verabschiedet sich beim Publikum und somit war das Konzert Geschichte. Fazit von mir: Die Auswahl der Titel umfasste Songs aus den letzten 54 Jahren der Band. Durch ihre Perfektheit war es nicht leicht zu unterscheiden, was Vergangenheit und was Gegenwart war. Für mich war das ein Pluspunkt des Abends. Songauswahl, Spielfreude und die im perfekten Licht mit grossen LED-Videowänden, gehaltene Bühne liessen das Konzert zu einem Genuss werden. Danke Deep Purple für den Abend.

 

 

Eventdatum: 15.10.2022

Fotograf:  Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location:  Hallenstadion, Zürich

Veranstalter:  Gadget

Zuschauerzahl:  unbekannt

 

   

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Konzert

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