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Relaxter Abend mit King King und déjàvu

Relaxter Abend mit King King und déjàvu Marcel Kaul/ szenemagazin.ch

Heute Abend zieht es mich nach Wetzikon ins Hall of Fame, wo mir leichter Rock von King King versprochen wird. Als Support-Act stehen déjàvu auf dem Plan. Eine gute Abwechslung zum Abschluss einer stressigen Woche.

 Ich werde noch vor dem Eingang vom Chef Pasquale begrüsst. Eine viertel Stunde vor Showbeginn haben sich gerade mal etwa 30 Leute eingefunden. Ich platzier meinen Rucksack im Backstage-Bereich und gehe nochmals kurz an die frische Luft. Anschliessend mache ich mich bereit und stelle die Kameras von Eishockey auf Konzert um. Währenddessen werde ich angesprochen: «Ah, du machst Fotos». Die Frontfrau von déjàvu freut sich auf ein paar gute Bilder. Ich verspreche ihr, mein Bestes zu versuchen, weiss aber, dass das Licht im Hall of Fame zeitweise schwierig sein kann. Pünktlich um fünf nach Acht beginnt déjàvu ihr Set. Von ihr erfahren wir, dass ihre Songs aus dem Leben gegriffen seien und sogar Paragliding beinhalten. Falls wir nachher noch Fragen haben sollten, könne man sie gerne nach der Show darauf ansprechen. Während dem Fotografieren kommt in mir das Gefühl auf, dass sie etwas eingeengt auf der Bühne steht. Sie hätte sich vermutlich gerne noch etwas mehr bewegt. Bevor sie mit Daydreamer weiter macht, fordert sie die Leute auf, etwas näher zu kommen. Sie würde nur zu gerne mal die Frontreihe abklatschen. Sie beisse nicht und der Abstand zwischen Gitter und der Bühne sei gross. Kurz vor Schluss ihres Sets steigt Betty von der Bühne und läuft mit einem riesigen Smile im Gesicht durch den Graben und klatscht die Frontreihe ab. Ein weiterer Wunsch von ihr geht heute Abend in Erfüllung, sie wünscht sich ein Lichtermeer. Auch wenn es nur wenige sind die ihr Handy zücken, um Licht in Richtung Bühne zu spenden, die Freude darüber ist da. -> Bilder déjàvu

 

Bild: Marcel Kaul (szenemagazin.ch)

 

Nach der gut 40-minütigen Umbauphase kommen King King zu den Klängen von AC/DCs Highway to Hell auf die Bühne. Dies wird dann gekonnt in den ersten eigenen Song She don’t gimme no lovin’ gefadet. Inzwischen hat es ein paar mehr Zuschauer, doch geschätzt komme ich nicht auf mehr als 60. Sänger Alan Nimmo verleugnet seine Herkunft nicht, mit Kilt, fetten Caterpillar-Schuhen und Socken mit schottischer Fahne steht er auf der Bühne. Ihre Songs kennzeichnen sich durch längere Instrumentalabschnitte. In diese legt Alan enorm viel Kraft, was dann auch dazu führt, dass er im Anschluss meistens kurz zum Frottiertuch greift, um sich wieder zu trocknen. Aufgrund dieser längeren Instrumentaleinlagen sind ihre Songs leider vermutlich eher weniger radiotauglich, da sie mehrheitlich nicht in das drei bis vier Minuten Songlänge-Konzept passen. Dabei steckt so viel Herzblut und Leidenschaft in den Songs. Dies merkt man, je länger die Show geht. Frontmann Alan und sein Bruder Stevie wechseln sich immer wieder mal ab mit dem Gitarrensolo. Aber auch der typische Sound der Hammond-Orgel zieht sich durch das Repertoire und Jonny Dyke, der Keyboarder erhält seine Solozeit. Die anwesende Zuhörerschaft goutiert dies jedes Mal mit einem kräftigen Applaus. Während des Auftritts sieht man auch, wie das Publikum immer mehr im Takt der Musik mitwippt. Bis zum Schluss gibt es niemanden mehr, der ruhig dastehen kann. Nach Stranger verlassen die Brüder die Bühne und verschwinden im Nebenraum. Mit Rufen und Klatschen fordern die anwesenden eine Zugabe. Hierfür erscheint die fünfköpfige Band nochmals und performen Winter und Let love in, bevor im Hall of Fame die Lichter wieder angehen.

Zu guter Letzt versuche ich noch einen weiteren Wunsch von Betty, der déjàvu-Frontfrau, zu erfüllen. Sie möchte zusammen mit King King ein Bild machen. Während wir warten, wird neben uns die Bühne vom ganzen Equipment befreit und fleissig Kabel zusammengerollt. Am Schluss wird aus dem Foto leider nichts, da sich Alain Nimmo vermutlich nicht so verschwitzt auf einem Erinnerungsfoto zeigen möchte, was irgendwie auch verständlich ist. Dennoch war dies ein schöner Abend mit guter Musik. Mal lauter, Mal so leise, dass man beinahe eine Nadel hätte auf den Boden falle hören können. King King touren noch bis im Dezember, sind jedoch mehrheitlich in Grossbritannien unterwegs. Vom 11. bis 13. Oktober machen sie für drei Shows in Deutschland halt: hier ihre Tourliste. Auch déjàvu sind für weitere Konzerte in der Schweiz unterwegs. Wo, findet man hier heraus.

 

 

Eventdatum: 08.10.2022

Fotograf:  Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Hall of Fame, Wetzikon

Veranstalter:Hall of Fame

Zuschauerzahl:  geschätzt 60

 

  

 

déjàvu

  

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Konzert

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