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Elvis ist tot – aber er lebt dennoch weiter

Elvis ist tot – aber er lebt dennoch weiter Michelle Brügger / szenemagazin.ch

«Elvis – Das Musical» erzählt die aussergewöhnliche Lebensgeschichte und Karriere von Elvis Presley. Es tourt seit Jahren und hat seitdem in zahlreichen Ländern viele Fans begeistert. Die Show beleuchtet Elvis’ Leben und nimmt uns mit auf eine Reise von den frühen Anfängen über den Aufstieg zu einem internationalen Superstar. Gestartet wird aber mit seinem Tod.

«Elvis – Das Musical» ist ein faszinierendes Erlebnis, das den Kultstatus von Elvis Presley feiert und gleichzeitig mit originalen Video- und Tonaufnahmen einen Einblick in das Leben des legendären Rock’n’Roll-Stars gibt. Es setzt auf eine Mischung aus authentischen Songs von Elvis und einer dramatischen Erzählung. Dabei wird seine legendäre Musik mit Tanz- und Gesangsperformances kombiniert, die die verschiedenen Phasen seines Lebens und seiner Karriere darstellen. Neben seinen berühmtesten Hits werden auch weniger bekannte Lieder gespielt, die sein vielseitiges Talent unterstreichen.

Im Zentrum des zweieinhalbstündigen Musicals stehen nicht nur seine Erfolge, sondern auch seine persönlichen Kämpfe – von seinem unermüdlichen Drang nach Erfolg bis zu den Schwierigkeiten in seinem Privatleben. Die Bühne zeigt einen emotionalen Blick auf den Menschen hinter dem Mythos «Elvis Presley». Verkörpert wird der King vom Iren Grahame Patrick, der seinerseits als weltweit bester Elvis-Darsteller bezeichnet wird – die Stimme ist tatsächlich sehr nah am Original. Mit ihm steht die siebenköpfige «Las Vegas Showband» und das «The Stamps Quartet» auf der Bühne. Mit dabei ist Ed Enoch, der Teil des Gospel-Quartett war, das an über 1000 Konzerten mit Elvis auftrat und auf seiner Beerdigung sang. Tänzerische Unterstützung erhält er von zwei Showgirls, die in verschiedene Rollen schlüpfen. Auch wenn zwischen den Performances kurze Szenen gespielt werden, würde ich das nicht als Musical bezeichnen. Eher als einen faszinierenden und mitreissenden Tribute an einen Ausnahmekünstler, dessen Geschichte in dieser Show auf die verschiedensten Arten erzählt wird.

Die Aufführung lebt von der Kombination aus herausragender Livemusik und den gleichzeitig eingeblendeten Videoaufnahmen. Das Gospel-Quartett zusammen mit Grahame Patrick sorgt für Gänsehautmomente. Die Zwischenapplause sind oft begleitet von «Wohooo»-Rufen, gelegentlich ergibt sich eine spontane Standing Ovation. Meine Generation hat ihre Liebe zu seiner Musik höchstwahrscheinlich über die Eltern oder Grosseltern entdeckt und sie vermutlich an die nächste weitergegeben. Im Publikum finden sich deshalb nicht nur ältere Semester, es ist tatsächlich recht durchmischt. Als Grahame Patrick gegen Ende der Show einen Ausflug ins Publikum macht, bekommt man einen Eindruck, welche magische Anziehungskraft Elvis gehabt haben muss. Die Fans sind begeistert, strahlende Gesichter rund um mich herum. Manchen bleibt sogar der Mund offenstehen, nachdem sie seine Hand schütteln konnten. Dieser «Das glaub ich jetzt nicht»-Moment in ihren Augen, während sie sich an die Brust fassen, spricht Bände. Es scheint, als hätten sie durch Grahame eine Verbindung zum unvergleichlichen King spüren können. Ob Elvis nun tot ist oder nicht - durch seine Musik ist und bleibt er ein unvergleichlicher Ausnahmekünstler, der mit seinem Schaffen fast 50 Jahre nach seinem Tod noch immer Herzen rund um den Globus berührt.

 

Fünf Fakten zu «Elvis – Das Musical»

1. Die Anfänge: 2002 Auftritte als Teil der «Stars in Concert»-Show. Grahame Patrick ist seit 2004 in der Rolle als Elvis zu sehen. Daraus entwickelte sich das Musical.

2. Weltweite Tourneen: Nach der ersten Aufführung in Deutschland wurde das Musical in viele andere Ländern auf Tour geschickt, darunter Österreich, die Schweiz, Grossbritannien, Australien und die USA.

3. Musikalische Vielfalt: Es beinhaltet über 40 Songs von Elvis Presley, darunter Klassiker wie Hound Dog, Jailhouse Rock, Can’t Help Falling in Love und Suspicious Minds.

4. Bühnenbild und Kostüme: Das Musical besticht durch beeindruckende Bühnenbilder und Originalkostüme, die die verschiedenen Jahrzehnte von Elvis’ Leben widerspiegeln und eine authentische Atmosphäre schaffen.

5. Elvis’ Darstellung: Der Hauptdarsteller, der Elvis Presley verkörpert, wird für seine stimmliche Ähnlichkeit und seine Energie auf der Bühne geschätzt. In vielen Produktionen gab es auch wechselnde Darsteller, die die Rolle des «King» übernahmen.

 

Der Werdegang von Elvis

Der US-Amerikaner Elvis Aaron Presley kam 1935 in Tupelo auf die Welt und erhielt im Laufe seiner Karriere den Titel «King of Rock ’n’ Roll». Seinen Durchbruch hatte er 1956 mit Heartbreak Hotel, das sofort an die Spitze der Charts stieg. Mit seiner einzigartigen Mischung aus Rock, Blues und Country prägte er die Musikgeschichte und wurde zu einer Ikone der Popkultur. Elvis ist aber nicht der einzige Künstler, der in vier verschiedenen Genres Nummer-1-Hits landete. Das gelang auch Ray Charles, Johnny Cash, Dolly Parton und Beyoncé. Den Rang als erfolgreichsten Einzelkünstler mit 18 Nummer-1-Hits hat ihm Mariah Carey mit 19 Spitzenplatzierungen abgelaufen. Macht ihn das weniger beeindruckend? Käumlich. Insgesamt waren 80 Songs in den Billboard Hot 100 und sein Rekord in den US-Country-Chats ist immer noch unangefochten.

Anfang dieses Jahres wäre die Musik-Ikone 90 geworden. Sein Leben hatte viele Höhen, aber auch diverse Schattenseiten – sowohl in seiner Karriere als auch in seiner Beziehung zu Priscilla Presley. Trotz seines immensen Erfolgs kam seine Karriere Mitte der 60er ins Stocken. Er begann, verschreibungspflichtige Medikamente zu nehmen, was sich in den 70ern massiv verschlimmerte. Sein exzessiver Lebensstil führte zu gesundheitlichen Problemen, darunter Übergewicht, Herzprobleme und Schlafstörungen. Seine letzte Lebensphase war von Isolation, Stimmungsschwankungen und einem unsteten Bühnenleben geprägt.

Auch seine Karriere hatte schwierige Phasen. Nach einer erfolgreichen Anfangszeit liess sein Ruhm Mitte der 60er nach, als er hauptsächlich in wenig anspruchsvollen Hollywood-Filmen mitwirkte. Erst 1968 konnte er mit seinem «Comeback-Special» und späteren Hits wie Suspicious Minds und Burning Love wieder an alte Erfolge anknüpfen. Seine grössten Hits umfassen ausser diesen beiden Titeln Heartbreak Hotel, Hound Dog, Love Me Tender, All Shook Up, Jailhouse Rock, Stuck on You, Are You Lonesome Tonight?, , In the Ghetto und Can’t Help Falling in Love. Neben seiner Musikkarriere spielte er in zahlreichen Hollywood-Filmen mit, die wenig anspruchsvoll waren, aber von seinen Fans geliebt wurden.

Elvis’ Leben endete 1977 tragisch, als er im Alter von 42 Jahren in Graceland an Herzversagen starb. Um seinen Tod ranken sich noch heute viele Mythen, einige sind überzeugt, er lebt noch irgendwo auf dieser Welt. Eines ist sicher: Er lebt weiter in vielen Herzen und bleibt unvergessen. Das wird unter anderem in diesem Musical gefeiert und zusammen mit den Fans zelebriert. Nach Zürich ist «Elvis – Das Musical» noch bis zum 1. April 2025 auf Deutschland-Tournee.

 

    

Eventdatum: 15.03.2025

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Theater 11, Zürich

Veranstalter: act entertainment ag

Zuschauerzahl: ausverkauft

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Konzert

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