free website hit counter Szenemagazin - The Stars are back in Town - Schaffhausen rockt

The Stars are back in Town - Schaffhausen rockt

The Stars are back in Town - Schaffhausen rockt Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Auf dem Herrenacker in Schaffhausen werden heute Abend 6’500 Leute erwartet, die den ersten von 7 Tagen Stars in Towns 2023 live erleben wollen. Das Wetter ist weite Strecken trocken, doch kaum hat der zweite Act auf der Mainstage begonnen, werden dringend benötigte Regenschütze verteilt. Glücklicherweise tat sich der Himmel wieder auf.

Herrlich, dieser Sommer 2023! Gefühlt habe ich selten so viel Regen erlebt wie dieses Jahr. Statistisch gesehen stimmt das wohl nicht, denn 2013 und 2016 kam mehr Nass vom Himmel. Das ändert aber nichts an der aktuellen Situation. Niederschlag ist an Konzerten nicht mein Freund, egal wie oft sonst die Sonne scheint. Ich werde höchstwahrscheinlich auch beim dritten Festival des Jahres verregnet. Einmal mehr hätte sich ein Regenschutz für mich und die Kameras ausbezahlt. Aber nach Stars in Town ist die Outdoorsaison für mich vorbei. Also wird es für die paar Tage wieder ein Plastiksack richten müssen. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, ich bestehe nur zu 50% aus Zucker und mit etwas Glück bleibe ich sogar trocken während der jeweils 3 erlaubten Songs.

Die 12. Ausgabe von Stars in Town wird wie immer auf dem Herrenacker in Schaffhausen stattfinden. Auch dieses Jahr ist die Talentstage auf dem Fronwagplatz zugänglich für alle, die durch die Altstadt schlendern. Dort tritt die erste Band jeweils schon um 16:45 Uhr auf, doch die werde ich wohl als Teil der arbeitenden Bevölkerung alle verpassen. Zweiter Gig auf der Best Talent-Stage startet jeweils um 17:45 Uhr, wo sicherlich schon mehr Leute vor Ort sind. Mitwoch und Donnerstag treten um 19 Uhr und um 20:45 Uhr nochmals Bands auf, am Freitag sind es insgesamt 5 Acts. Auf der Hauptbühne geht es werktags um 18:30 Uhr los, der zweite Streich folgt dann um 20 Uhr und der Headliner startet jeweils nach einer 45-minütigen Umbauphase.

Die ersten 3 Tage sind ausverkauft - und genau von diesen Abenden werde zufälligerweise ich berichten. Danach übernimmt dieses Jahr Reto Turotti fürs szenemagazin.ch und ich denke, auch die anderen Tage werden vor dichtgedrängtem Publikum stattfinden.

 

SRF3 Best Talent - Fronwagplatz

Auf der SRF3 Best Talentstage wird man von ruhigen Nummern über sphärische Gitarrenklänge bis Rock alles zu hören bekommen. Damiana Malie habe ich leider verpasst. Die Waadtländerin Mary Middlefield spielte über 15 Jahre lang Violine, bevor sie die Musikrichtung änderte. Während der Pandemie begann sie mit Songwriting. Antrieb wie bei so vielen ist ein innerer Schmerz, der raus muss. Das 2023 veröffentlichte Debutalbum «Thank you, Alexander» ist deshalb auch sehr persönlich. Die Ostschweizer Band Choose the Juice haben 2021 den BandXOst-Wettbewerb gewonnen. Davor haben sie ihren sphärischen Sound an unzähligen Jam Sessions im Kabäuschen abgehalten. Nach dem Sieg traten sie in der Schweiz auf verschiedenen Festivals und in Clubs auf und veröffentlichten dieses Jahr ihre erste EP «Memoria».

Nein, keines der vier Bandmitglieder heisst Annie Taylor. Sie haben sich nach einer Stuntfrau benannt, die Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Fass die Niagarafälle herunterstürzte. Ihren Sound bezeichnen sie als Grunge-Psychedelic-Rock. Die Zürcher Band war September 2020 SR3 Best Talent und lancierten im gleichen Jahr ihr Debütalbum «Sweet Mortality». 2021 waren sie nominiert als SRF 3 Best Talent an den Swiss Music Awards und gingen 2022 als Opener von Skunk Anansie auf Tour. Anfang Juli gaben sie ihr zweites Album «Inner Smile» heraus. 

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Danko Jones

Lang ist’s her, dass ich Danko Jones das letzte Mal live gesehen habe. Das war 2017 am Rock the Ring - inklusive einem Blick hinter die Kulissen für ein Interview. Ich zitiere ihn öfters Mal, wenn die ganze Bühne so eingenebelt wird, dass man seine eigene Hand nicht mehr vor Augen sieht. Damals haben wir Fotografen nämlich schon selbige verworfen, als er trocken meinte: “Könnt ihr bitte den Nebel etwas runterfahren? Das fühlt sich grad an, als würde ein Barbeque ausarten”.

Genau solche Sprüche gehören zu einem Konzert der kandischen Band, die 1996 gegründet wurde. Erst ihr drittes Studioalbum «Sleep is the Enemy» von 2006 schaffte es auch in die Schweizer Charts. Ihr zehntes Album gaben sie 2021 heraus, das aber im deutschsprachigen Raum weniger erfolgreich als «Wild Cat» von 2017 war. Die meistverkaufte Single ist Full of Regret von 2010, in dessen Video Lemmy (Motorhead), Schauspielerin Selma Blair (Hellboy) und Elijah Wood (Lord of the Rings) mitwirkten.

Der Frontmann schreibt nicht nur Songtexte. Er tippt auch journalistische Beiträge. Wöchentliche Kolumnen in der The Huffington Post, ab und zu mal im Rock Zone Magazine, Hard Rock, Burning Guitars und im Close-Up Magazine. 2018 veröffentlichte er sein Buch »I’ve Got Something To Say», was mich zu seinem dritten Sprachrohr bringt: beim schwedischen Radiosender Rocket FM moderierte er ab 2003 für rund 4 Jahre eine einstündige Rocksendung namens «The Magical World of rock With Danko Jones». 2011 schaltete er einen Podcast auf seiner Webseite auf, dessen Folgen zu Beginn nur wenige Minuten dauern. Als ab Ausgabe 8 der Comedian Nick Flanagan dazustösst, wird daraus wieder eine einstündige Sendung, die bis März 2021 alle 2 Wochen eine neue Folge ausstrahlte. Von Januar 2022 bis März 2022 werden nochmal 5 Unterhaltungen publiziert, seither ist es jedoch still auf dem Kanal.

Danko Jones erzählt dem Publikum, sie seien gestern schon angekommen und durch eine leere Stadt spaziert. Was sei denn losgewesen? Nationalfeiertag, Danko, Nationalfeiertag. Den dritten Song teasert er an, indem er fragt, warum er das hier eigentlich alles mache und als Antwort fängt er an zu singen. Die meiste Show bietet uns eindeutig Bassist John Calabrese, der sehr temperamentvoll umherspringt. Der Herrenacker ist schon gut besucht, es wird jedoch noch einiges voller werden im Laufe des Abends. Schliesslich ist ausverkauft heute.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

Royal Republic

Man schreibt das Jahr 2007, als die schwedische Rockband Royal Republic gegründet wird. Sie veröffentlichten 5 Alben und 17 Single-Auskoppelungen. Im deutschsprachigen Raum wurden sie bekannt durch ihre gemeinsame Tour mit den Donots und ihrem Auftritt am Rock am Ring 2011.

Einer der Funfacts der Band: ab und zu spielen sie den deutschen Titel Eure Mädchen von Kraftklub. Der Song kommt auf Fifa 13 vor, wo Adam Grahn ihn beim Gamen gelernt hat. Die beiden Bands trafen 2011 am Rock am Ring aufeinander und seither ist Felix Brummer für diesen Titel zwischendurch bei Royal Republic auf der Bühne zu sehen.

Die Schweden geben Gas und unterhalten den inzwischen vollen Platz bis in die hinterste Ecke. Adam Grahn spricht immer mal wieder mit dem Publikum. Als er meint, sie seien eine Band, die man genretechnisch nicht immer einordnen könne und seit Jahren komplett missverstanden werde, steigt die Aufmerksamkeit. Was kommt jetzt? «Viele sage, wir seien eine Rockband. Aber eigentlich sind wir ja eine Metalband», so Grahn.

Ich stutze. Der Sound hat bislang alles andere als nach Metal geklungen. Als könnte er meine Gedanken lesen, fährt er fort, er würde jetzt die Gitarre wechseln und es werde so Metal wie es nur gehe. Er zeigt das Instrument in die Menge und fragt, wofür die gut sei. Richtig, für Jazz. An dem Punkt bin ich mir dann schlussendlich sicher, Mr. Grahn ist sarkastisch unterwegs, auch wenn es todernst klingt. Mir jedenfalls gefällt ihre Musik und die Energie, die sie versprühen. Sie spielen leider nur gut eine Stunde, bevor sie sich von Schaffhausen verabschieden.

Bild: Michelle Brügger (szenemagazin.ch)

 

War da nicht noch wer?

Schon wie am Greenfield zeigt sich hier ebenfalls eine deutsche Band von ihrer unsympathischen Seite. Zumindest für die Medienvertreter. Auch dieser Headliner liess nur eine Handvoll der anwesenden Fotografen zu. Wie bei jedem Konzert auch müssen wir bei Festivals vorgängig eine Anfrage stellen und diese wird dann entweder abgelehnt oder gutgeheissen. Und manche Bands sortieren dann nochmals aus für ihren Auftritt.

Ein paar wollen keine Online-Medien, ein paar keine Agenturen, wiederum andere keine Tageszeitungen oder gar keine Fotografen. «Management-Entscheid» nennt sich das jeweils, wenn eine Band uns eine Abfuhr erteilt. Hier ist einmal mehr von Vorteil, wenn man eine dicke Haut hat, denn die Botschaft lautet ja indirekt: ihr seid nicht gut genug für uns. Nun… »The Headliner who must not be named» schafft es bei uns deswegen nicht in den Bericht. Tut uns leid. Not.

 

 

Eventdatum: 02.08.2023

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  Stars in Town, Schaffhausen

Veranstalter: Stars in Town

Zuschauerzahl: ausverkauft

 

View the embedded image gallery online at:
https://szenemagazin.ch/konzert/item/1106-sit-1#sigProId196e8005fa

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Konzert

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Nach oben