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Vernissage: «Die Legende der Titanic»

Vernissage: «Die Legende der Titanic» Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Wie wäre es, eine Ausstellung zum Untergang der Titanic auf eine abwechslungsreiche und eindrückliche Art und Weise zu besuchen? Madrid Artes Digitales realisierte nach «Tutanchamun» und «Die letzten Tage von Pompeji» die dritte immersive Ausstellung.

Dieses Mal handelt es sich um das Unglück der Titanic von 1912. In Madrid hatte die Ausstellung vergangenen September Premiere und lockte bis zum 1. Juni 2025 imposante 335'000 Besucher an. Bis jetzt haben sie 3 Telly und 2 Eventex Awards erhalten. Derzeit wird sie parallel in London und München gezeigt. In Zürich gastiert sie ab dem 4. September 2025 bis 8. Februar 2026 in der Lichthalle Maag. Marcel Kaul und ich hatten heute das Vergnügen, die Ausstellung schon vorab zu besuchen.

Ich nehme jetzt einfach mal an, dass nicht alle wissen, was «immersiv» bedeutet? Ursprünglich wurde der Begriff für Computerspiele benutzt, wo der Gamer Teil des Spiels wird und so sozusagen «eintaucht». Im Zusammenhang mit Ausstellungen bedeutet das, dass nicht nur Objekte oder Bilder passiv betrachtet werden. Man bekommt das Gefühl, mittendrin zu sein. Im Falle von «Die Legende der Titanic» spaziert man also nicht einfach durch eine klassische Ausstellung mit Gegenständen in Schaukästen oder Informationstafeln. Diese sind zwar auch vorhanden, die Texte verraten aber spannende Details, unter anderem auch Erlebnisse von Schweizer Passagieren.

In der Lichthalle Maag bewegt man sich durch eine Erlebniswelt. Es erzählt in einem grossen Raum mit 9 Metern Deckenhöhe eine Geschichte von zwei Passagieren mit 360°-Projektionen. Die lehnenfreien Hocker sind da perfekt, damit man sich bequem um die eigene Achse drehen kann. Selbstverständlich kann man sich auch auf den mit Teppich ausgelegten Boden setzen oder stehenbleiben. In einem anderen Bereich nimmt man Platz, setzt Kopfhörer und Virtual-Reality-Brille auf. Hier wird der Untergang künstlerisch dargestellt – im Zentrum steht das Quartett, das bis zum bitteren Ende weiterspielt. Ich habe mich ständig hin- und hergedreht, nach unten und oben geschaut, weil es nicht nur «vorne auf der Leinwand» etwas zu sehen gab.

Am Schluss bin ich in einem VR-Raum gelandet, wo man sich virtuell durchs Schiff bewegt. Hier erfährt man Details über die Implosion eines touristischen Tiefsee-U-Boots von 2023 und sieht das Schiffswrack. Danach lauscht man Gesprächen von Passagieren bei der legendären Treppe, in Kabinen der ersten und dritten Klasse, bekommt Unterhaltungen des Schiffpersonals mit und geniesst schlussendlich die Aussicht auf Deck. Eines vorneweg: auch wenn man sich theoretisch nur auf einer ebenen Fläche bewegt, könnte der Maschinenraum für Menschen mit Höhenangst unter Umständen problematisch sein (man geht dort über virtuelle Gitterböden). Ich habe mich mehrfach ertappt, wie ich mich an Geländern festhalten wollte oder leicht seitlich durch eine Tür gegangen bin. Eigentlich hätte ich im Anschluss ohne Brille ein paar Minuten zusehen sollen. Das sieht sicher lustig aus, wie sich die Leute bewegen.

Eigentlich hatte ich eine Kamera dabei. Aber für mich gab es so vieles gleichzeitig zu sehen und manches war für die Linse unsichtbar. Marcel hat im grossen Raum ein paar Handybilder gemacht, die euch aber nur einen kleinen Vorgeschmack auf die 360°-Projektionen geben. Die dazugehörige Musik müsst ihr euch denken respektive es selber erleben.  

Ab dem 4. September kann man die Ausstellung jeweils Dienstag-Donnerstag und am Sonntag von 10-18 Uhr besuchen, Freitag und Samstag ist bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Infos zur Ausstellung und Ticketbuchung findet ihr auf der Webseite: https://www.titanic-zuerich.ch/tit/de.html.

 

 

Eventdatum: 02.09.2025

Text:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Fotos: Marcel Kaul / szenemagazin.ch

Location:  Lichthalle Maag, Zürich

Veranstalter: Maag Moments

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Marcel Kaul
Publiziert in Event