Der EV Zug gewinnt gegen den HC Davos 4:3 n.V.
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Die Davoser holen in der Bossard Arena nach einer Aufholjagd im Schlussabschnitt einen Punkt gegen fahrlässige Zuger.
Ausverkauftes Haus in Zug heute Abend. Bevor die beiden Mannschaften das Eis betreten, werden die bösen Buben (Schwinger) des ISV geehrt, allen voran Schwingerkönig Joel Wicki. Eingekleidet werden sie vom Sportschef des EVZ und Reto Suri. Jeder bekommt sein eigenes Trikot und einen Schal. Es folgt der Handshake der beiden Captains und alles ist bereit - ausser der Match Uhr, die nicht funktioniert. Nun ist auch dieses Problem behoben. Los geht’s mit Puckgewinn der Zuger. Leider lässt es der Formstand der beiden Mannschaft nicht zu, dass sich ein flüssiges Spiel entwickelt. Viele Fehlpässe hüben und drüben prägen die ersten Minuten des ersten Abschnitts. Nach etwas mehr als sechs Minuten kommen die Zuger zu den ersten Abschlüssen, die aber ihr Ziel verfehlen. Die Davoser sind in dieser Zeit nur mit Defensiv-Arbeit beschäftigt und kommen kaum zu Entlastungsangriffen und somit in die Nähe von Genoni im Tor der Zuger. Pech kommt bei den Zugern hinzu, als Hofmann nach einem Zuspiel von O’Neill nur den Pfosten trifft. Dieser Knaller von Hofmann war im ganzen Stadion zu hören. Gegen Ende des Drittels können sich die Davoser aus der Umklammerung der Zuger lösen und Schmutz prüft Genoni mit einem satten Schuss aus dem Handgelenk. Mehr gibt es nicht und schon ist das erste Drittel zu Ende mit 0:0 in einer schwachen Partie. Hoffen wir das die beiden Mannschafften mehr bieten in den kommenden Abschnitten.
Gesagt, getan: Kaum 8 Sekunden gespielt, klingelt es im Kasten der Davoser. Djoos lanciert Kovar auf der rechten Seite. Er dringt in den Bullykreis ein und hämmert die Scheibe in die weite Ecke über Goalie Senn hinweg zum 1:0. Wow, was für ein Auftakt. Möchte gerne wissen, was im Pausentee der Zuger drin war! Wenn man denkt, dass jetzt die Zuger das Spiel diktieren, hatte falsch gedacht. Im Gegenteil, die Gäste werden frecher und kommen zu guten Chancen, die dann Knak in der 28. Minute ausnutzen kann. Schmutz und Knak entwischen den Zugern nach einem Fehlpass im Spielaufbau und ziehen auf Genoni los. Schmutz verzögert und legt die Scheibe pfannenfertig für Knak auf, der kein Problem hat, die Scheibe zum 1:1 versenken. Jetzt entwickelt sich ein schnelles Spiel auf beiden Seiten. Egli auf Davoser Seite und Geiser haben Pech, dass ihre Schüsse nur das Metall treffen. Minder wandert nach 39 Minutem auf die Strafbank und Corvi vergibt ein paar Sekunden vor Drittelsende allein vor Genoni kläglich in Unterzahl. So bleibt es beim 1:1 nach 40 Minuten. Es ist Spannung angesagt im letzten Spielabschnitt.

Die Strafe für Minder läuft noch, als Hansson kurz nach Wiederbeginn zum 2:1 trifft. Wie schon beim 1:0 sind die Davoser mit ihren Gedanken noch in der Kabine und wirken unkonzentriert. Hansson trifft von der rechten Seite aus in die hohe Ecke. Die Zuger drücken aufs Tempo und versuchen die Vorentscheidung zu finden, was leider misslingt. Es scheint so aus meiner Sicht, dass die Batterien einzelner Davoser Spieler langsam leer sind. Simion entwischt aus dem eigenen Drittel. Er kann allein losziehen, wird aber unfair von hinten attackiert, was dann mit einem Penalty bestraft wird. Kovar nimmt Anlauf und versenkt eiskalt zum beruhigenden 3:1 Vorsprung für die Hausherren nach 53 Minuten. Eine Minute später können die Zuger im Überzahl agieren und suchen das Matchentscheidende 4:1. Weit gefehlt, denn Dominik Egli erzielt den Anschlusstreffer in Unterzahl auf Pass von Schmutz. Einmal mehr beginnt das Zittern des EVZ. Man lag mit zwei Toren in Front und kassiert Minuten vor Schluss den Anschlusstreffer. Und es kommt noch schlimmer für den EVZ. Nordström spitzelt die Scheibe, die Genoni nicht festhalten kann, zwischen den Schonern hindurch zu 3:3 Ausgleich Sekunden vor Schluss in Überzahl, nachdem Senn seinen Kasten verlassen hat.
Ab in die Verlängerung. Auch hier kann sich keine der beiden Mannschaften profilieren, aber mit dem besseren Ende für Zug. Wegen eines Beistellens wandert Egli in die Kühlbox und die Zuger können mit vier gegen drei agieren. Hofmann fasst sich an der blauen Linie ein Herz und knallt den Puck in Richtung Senn. Herzog steht goldrichtig vor dem Tor und kann den Schuss ablenken zum 4:3 für die Zuger. Fazit: Für mich sind die Zuger weit weg von ihrer Form der letzten Saison und es langsam an der Zeit, dass sie wieder zu einer Einheit finden und ihr Powerhockey aufs Eis bringen. Im nächsten Heimspiel ist der formstarke EHC Kloten zu Gast und das wird bestimmt eine interessante Angelegenheit in der Bossard Arena.
EV Zug vs. HC Davos 4:3 (0:0 | 1:1 | 2:2 | 1:0)
Schüsse aufs Tor: 42:23 (12:5 | 15:5 | 14:13 | 1:0)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 01.11.2022
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Bossard Arena, Zug
Veranstalter: EV Zug
Zuschauerzahl: 7200
https://szenemagazin.ch/sport/item/942-der-ev-zug-gewinnt-gegen-den-hc-davos-4-3-n-v#sigProId27755c1673
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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