Heimsieg am Familiennachmittag
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Hat der HC Davos den Schock des gestrigen 0:5 gegen die ZSC Lions weggesteckt oder sitzt dieser zu tief in den Knochen? Der EHC Kloten bringt auf jeden Fall gute Stimmung und ein Sieg gegen den SC Bern mit in die Partie.
Wenn ein Sonntagnachmittags Spiel schon um viertelvor Vier beginnt, das ist in der Regel Familiensonntag. So pilgern auch heute Nachmittag viele Familien mit ihrem Nachwuchs in Richtung Stimo Arena hoch. Der heutige Gegner heisst HC Davos. Ein Garant für ein gut gefülltes Stadion. Die letzte Begegnung mit dem HCD war in der Saison 2017/18 und endete mit drei von vier Spielen zu Gunsten der Bündner. Das Spiel beginnt und die Gäste ziehen den besseren Start. Zumindest für die ersten paar Sekunden. Genau deren sieben dauert es, bis es zum ersten Gerangel an der Bande im Eck des EHC Klotens kommt. Es gibt keine Strafe, aber nochmals Anspiel in der Mitte. Jetzt sieht es für den EHC Kloten besser aus. Es dauert aber nicht lange, bis Obrist und Ekestahl-Jonsson Martin Ness bedienen und er kann sein erstes Tor der Saison erzielen. Noch während dem Spiel wird Lucas Ekestahl-Jonsson als Torschütze angegeben doch im Gamecenter des SIHF wird Ness als Torschütze geführt. Kurz nach dem Tor sieht dann Jonathan Ang eine weitere Torchance, als er ums Davoser Tor kurvt und ein Buebetrickli versucht. Leider geht die Scheibe parallel zur Torlinie hinter Sandro Aeschlimann durch. Rasant geht es weiter, der EHC Kloten macht viel druck und stellt den Davoser Keeper auf die Probe. In der neunten Minute die erste Strafe für die Gäste. Der EHC fährt sein Powerplay hoch und versucht unentwegt, die Scheibe ins Netz zu bringen. Sven Jung bricht vor Aeschlimann ins Gesicht greifend zusammen und Sandro winkt, die Schiedsrichter sollen das Spiel unterbrechen. Eine Blutspur und Eisreinigung später kann der EHC sein Powerplay nicht ausnutzen. Etwas mehr als vier Minuten noch auf der Uhr, hat Marc Marchon das klare 2:0 auf dem Stock. Doch der Winkel seiner Schaufel passt nicht ganz und so rutscht der Puck ausserhalb am Tor vorbei. Nur wenig später ein ernstgemeinter Test von Sandro Zurkirchen. Joakim Nordström versucht unsere #39 auszutricksen, doch dieser zieht seinen Stockhandschuh in die Höhe und kann abwehren. Der nächste Sturm von Kloten wird durch Dario Meyer angeführt und dann ist wie von Geisterhand das Davoser Tor verschoben, ergo keine Tormöglichkeit. Im Video, das während des Unterbruchs auf dem Videowürfel gezeigt wird, sieht man wie Aeschlimann das Tor aus den Angeln hebt und die Klotener Fans fordern eine Strafe für Spielverzögerung. Die Unparteiischen sehen das nicht so und lassen weiterspielen. Nur noch wenige Momente bis zum Drittelsende und die Gastgeber feuern aus allen Rohren. Der Pausenpfiff fällt und die Gastgeber können mit einem 1:0 in die Kabine gehen.
Die Davoser scheinen was zu hören gekriegt zu haben, während der Pause. Sie kommen mit viel Elan retour aufs Eis und stürmen gleich los. Vermehrt ist die Scheibe im Klotener Drittel zu finden. Axel Simic darf als erster Klotener auf die Strafbank, für ein Beinstellen. Ca. 30 Sekunden im Davoser Powerplay und Sandro Zurkirchen rettet mit einem Big Save. Etwas mehr als eine Minute später gesellt sich Jonathan Ang ebenfalls auf die Strafbank, für einen Haken. Doppelte Überzahl für die Gäste, doch Miro Aaltonen ergattert sich die Scheibe und fährt relativ gemütlich in die gegnerische Hälfte. Er kommt sogar zu einem Schuss, aber der passt nicht. Auf dem Weg retour stehen sich dann die Davoser gegenseitig im Weg und bringen die Scheibe nicht mal über die blaue Drittels Linie. Dafür zappelt kurz darauf die Scheibe hinter Zurkirchen im Netz, Joakim Nordström findet die Lücke und versenkt zum Ausgleich. Den Grund für das Tor kann ich auch gleich mitliefern, denn der ist recht unglücklich. Steve Kellenberger steht auf Zurkirchens Stock, so wie ich es gesehen habe und dieser verliert ihn dann. So hat er dann nicht mehr dieselbe Abwehrmöglichkeit und muss sich geschlagen geben. Wir sind wieder mal im Davoser Drittel. Die beiden EHC Kloten Spieler, Marchon und Faille stören den Davoser Keeper während Nodari einen Torschuss verübt. Leider war die Störung nicht genügend, so dass der Torschuss vereitelt werden kann. Drei Sekunden vor Spielhälfte tauschen Ruotsalainen und Knak Freundlichkeiten aus und dürfen beide wegen übertriebener Härte für zwei Minuten in die Kühlbox. Ang möchte auch nochmals etwas ausruhen und gesellt sich 74 Sekunden darauf für ein Beinstellen zu Ruotsalainen. Damit sich die Spielerzahl wieder ausgleicht, möchte weitere 78 Sekunden später Dominik Egli auch auf die Strafbank für sein Halten. Irgendwie möchten heute auch die Tore nicht so wie sie sollen im Mitteldrittel werden diese zweimal aus den Angeln gehoben, so dass der Eismeister sie wieder Regelkonform verankern muss. Genau diese Eismeister müssen vor Ablauf von Eglis Strafe nochmals ausrücken, Dario Meyer wird von etwas getroffen, ich weiss nicht, ob es die Scheibe oder ein Stockende war. Auf dem Weg zur Bank zieht er eine Blutspur hinter sich her, die anschliessend wieder weggekratzt werden muss. Egli kommt nach Ablauf seiner Strafe wieder retour aufs Eis, wo er dann nur acht Sekunden später zusehen muss, wie Marc Marchon auf Pass von Faille und Reinbacher die Führung wieder herstellt. Wir sind noch knapp zweieinhalb Minuten von der Pause entfernt und Marc Wieser ermöglicht dem Gastgeber ein weiteres Powerplay. Dieses wird dann von Axel Simic auf Pass von Bougro und Faille ausgenutzt zum 3:1. Für einen kurzen Moment kriege ich etwas Angst. Die vier Unparteiischen stehen zusammen und diskutieren. Gehen sie das Video anschauen und annullieren eventuell noch das Tor? Nein, es war vermutlich nur ein kurzer Austausch, mehr nicht. Nur wenig später kurvt der HCD dann um Zurkirchen und versucht mit viel Druck die Scheibe ins Tor zu befördern, jedoch erfolglos. Es bleibt beim 3:1 zur zweiten Pause. Das Torschussverhältnis im Mitteldrittel zeigt klar, der HCD ist aufgewacht und versucht die Scheibe mit aller Macht hinter die Torlinie zu befördern.
Auch das letzte Drittel geht schnell von statten. Beide Mannschaften kämpfen hart um die Scheibe und deren möglichen Weg hinter die Torlinie. Nach nicht ganz sieben Minuten hat Simon Knak eigentlich den Anschlusstreffer auf dem Stock, doch er trifft die leere Ecke nicht. Ein weiterer harter Meinungsaustausch hinter dem Klotener Tor bleibt straffrei. Dafür kann Arttu Ruotsalainen im Penaltystyle auf Aeschlimann losziehen. Dieser geht in den Butterfly runter und Arttu wartet gekonnt, bis der Torhüter unten ist. Daraufhin hebt er die Scheibe an und kann sie über den Beinschoner hinweg ins Tor spedieren. Jetzt merkt man, der HCD ist verzweifelt und wirft alles in den Angriff. Für eine weile können sie tatsächlich das Spiel dirigieren und sogar das 4:2 durch Julian Schmutz erzielen. Jetzt ist aber wieder mehrheitlich der EHC Kloten im Scheibenbesitzt und kurvt durchs Davoser Drittel. Eric Faille führt den Puck, wird von rechts und von links bedroht. Valentin Nussbaumer kann seinen Stock nicht wirklich unter Kontrolle halten und er befördert ihn in Erics Gesicht. Dafür muss er gleich 2+2 Minuten auf die Bank. Dieses Powerplay lässt sich der EHC Kloten nicht nehmen und so kann Arttu Ruotsalainen seinen zweiten Treffer verbuchen. In der 58. Minute muss dann Magnus Nygren auch noch für einen hohen Stock auf die Bank zum Abkühlen, aber das Resultat ändert sich nicht mehr. Dies, obwohl ein satter Schuss von Miro Aaltonen in der Achselhöhle von Sandro Aeschlimann landet.
Die anwesenden 7438 anwesenden Zuschauer sehen ein spektakuläres und schnelles Spiel mit einem EHC der aus allen Rohren feuert. Ganze 45:19 Schüsse zeigt uns die Statistik an. Das nächste Heimspiel findet bereits am kommenden Dienstag, den 1.11.2022 in der Stimo Arena statt, gegen den HC Fribourg-Gottéron.
EHC Kloten vs. HC Davos (1:0 | 2:1 | 2:1)
Schüsse aufs Tor: 45:19 (14:4 | 14:11 | 17:4)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 30.10.2022
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: stimo arena, Kloten
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 7438
https://szenemagazin.ch/sport/item/940-heimsieg-am-familiennachmittag#sigProIdc786113513
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Marcel Kaul
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