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Ein Abend, der bleibt – die Pink Ribbon Music Show berührt Herz und Haltung

Ein Abend, der bleibt – die Pink Ribbon Music Show berührt Herz und Haltung Reto Turotti / szenemagazin.ch

Diese Show ist kein Konzert, kein klassisches Musical – sie ist ein Schlag ins Herz. Wenn Musik, Tanz und echte Schicksale aufeinandertreffen, bleibt niemand unberührt. Ein Abend im Dolder, der nachhallt.

Der Ballroom des Grand Hotel Dolder ist ausverkauft. Kein Platz bleibt frei, als sich am Abend des 28. Januar 2026 der Vorhang zur Premiere der Pink Ribbon Music Show hebt. Schon in den ersten Minuten wird klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Musicalabend. Es ist ein gemeinsames Innehalten. Ein kollektives Atmen. Und eine eindringliche Erinnerung daran, wie nah Brustkrebs vielen Menschen ist – mitten im Leben, mitten unter uns.

Unter dem Leitsatz «ZÄME SIMER STERCHER» entfaltet sich eine Inszenierung, die Musik, Tanz und persönliche Schicksale miteinander verwebt. Als Erzähler führt Sven Epiney durch den Abend – präsent, ruhig, mit jener Stimme, die trägt, ohne zu dominieren. Er gibt der Geschichte Struktur und Tiefe, ohne ihr die Emotion zu nehmen. Im Gegenteil: Seine Worte schaffen Raum für das, was zwischen den Zeilen liegt. Die Choreografie von Curtis Burger ist kraftvoll und zugleich feinfühlig. Bewegungen erzählen von Angst, Hoffnung, Rückschlägen und Neubeginn. Keine Geste wirkt zufällig, kein Schritt leer. Die Tänzerinnen und Tänzer übersetzen das Unsagbare in Bilder, die sich einprägen – leise, intensiv, manchmal fast schmerzhaft ehrlich. Zusammen mit der musikalischen Leitung und der hochkarätigen Liveband entsteht ein Klangraum, der unter die Haut geht.

Auf der Bühne stehen bekannte Schweizer Stimmen wie Jesse Ritch, Eliane Müller, Linda Fäh, Tiziana Gulino, Jane Bogaert und Michael Epiney. Sie singen nicht einfach Songs – sie erzählen Geschichten. Mundartstücke voller Wärme und Verletzlichkeit, getragen von Authentizität und Nähe. Man spürt: Diese Show will nicht beeindrucken, sie will berühren. Und sie schafft genau das. Besonders ergreifend ist jener Moment, in dem klar wird: Die in der Show beschriebenen Brustkrebspatientinnen sind an diesem Abend selbst im Saal. Sie sitzen mitten im Publikum. Sie hören ihre Geschichten, gespiegelt in Musik und Bewegung. Für einen kurzen Augenblick scheint der Raum stillzustehen. Dann erhebt sich der Saal. Minutenlanger Applaus. Kein höfliches Klatschen, sondern echte Anerkennung, Dankbarkeit, Respekt. Die Produktionsleitung von Nicole Zindel und Curtis Burger beweist Mut zur Haltung. Brustkrebs wird nicht abstrakt dargestellt, sondern greifbar gemacht – ohne Pathos, ohne Sensationslust. Stattdessen steht die Vorsorge im Zentrum. Die Verantwortung füreinander. Die Kraft der Gemeinschaft. Pink Ribbon zeigt an diesem Abend, dass Aufklärung nicht belehrend sein muss, sondern emotional, nah und verbindend sein kann.

 

Bild: Reto Turotti/szenemagazin.ch

 

Ein weiteres starkes Zeichen setzt die Kunstauktion: Ein während der Show entstehendes Bild mit dem Pink-Ribbon-Logo wird versteigert. Der Erlös fliesst direkt in die Brustkrebsforschung, konkret in die BRIDGE-Studie, die therapiebedingte Nebenwirkungen für Patientinnen reduzieren will. Kunst wird hier nicht zum Selbstzweck, sondern zum Mittel der Solidarität. Auch abseits der Bühne bleibt die Atmosphäre offen und persönlich. Nach der Premiere mischt sich der Cast unter die Gäste. Gespräche entstehen, Umarmungen, leise Worte. Viele bekannte Gesichter aus Gesellschaft, Medien und Kultur sind anwesend, doch an diesem Abend zählt nicht der Status, sondern das gemeinsame Anliegen. Das Gefühl, Teil von etwas Sinnvollem zu sein.

Die Pink Ribbon Music Show ist mehr als ein Musical. Sie ist ein Statement. Eine Einladung, hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen. Wer diesen Abend erlebt, verlässt den Ballroom nicht einfach unterhalten, sondern bewegt – mit einem Kloss im Hals, einem warmen Gefühl im Herzen und der Gewissheit, dass Zusammenhalt keine leere Phrase ist. Oder, wie es der Abend selbst sagt: Zäme simer stercher.

 

 

Eventdatum: 28.01.2026

Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location: Ballroom – Grand Hotel Dolder

Veranstalter: Pink Ribbon Schweiz

Zuschauerzahl: ausverkauft

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Konzert

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