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Eine Zeitreise mit BAP

Eine Zeitreise mit BAP Reto Turotti / szenemagazin.ch

Die Band, die seit 1976 existiert, spielt seit 42 Jahren in ganz Europa. Auch im Alter von 73 Jahren ist Wolfgang Niedecken noch lange nicht müde. Der Titel des Programms ZEITREISE 81/82 zeigt die grosse Bandbreite der Band.

Als ich heute Abend am Theater 11 in Zürich ankomme, steht eine grosse Menschentraube vor dem Eingang. Ich blicke so in die Runde und sehe leicht gräuliche Haare und Leute meist ü50. Detlev Denninger empfängt mich und erklärt mir die Fotoregeln, die ich einhalten muss. Ich merke sofort, dass er ein Fan der Band ist, denn er kann mir ein paar Insides mit auf den Weg geben. Auf geht’s in den Saal. Kameras in Stellung bringen und dann geht das Licht im Saal aus. Blaues Licht beleuchtet die Bühne und der Pianist stimmt feine Töne an. Ein weiterer Spot geht an und der Saxofonist bringt sein Instrument zum Klingen. Last but not least betritt Wolfgang Niedecken unter Applaus der Menge die Bühne. Mit seiner feinfühligen Stimme stimmt er den ersten Song Südstadt, verzäll nix an, ein Lied aus dem Jahr 1981 in Kölscher Sprache. Wie es so üblich ist, begrüsst der Bandleader das Publikum und Niedecken streut noch ein paar flotte Sprüche ein, was das Publikum zum Lachen und Nachdenken bringt.

            «Üblich ist es, dass man bei einem Konzert nach einer gewissen Zeit eine Pause macht, aber das finde ich altmodisch. Wir machen das heute Abend folgendermassen: Statt Pause spielen wir die 30 Songs durch und ihr erlebt die Zeitreise an einem Stück» - Wolfgang Niedecken

Das ist eine Ansage an das Publikum, das es mit Applaus erwidert und von Niedecken als OK ansieht. Er geht zum nächsten Song über, Nemm mich met aus dem Jahr 1982. Es folgt der Cover Song von Eddie Cochrain, den BAP als Wo mer endlich Sommer hann interpretiert. Das Publikum hält es bereits nach diesem Song nicht mehr auf den Sitzen und sie beginnen zu klatschen. Die Hardcore-Fans kennen die Lyrics auswendig und singen mit, wie die Person, die direkt neben meiner Kamera steht und ich so jedes Wort in einer leicht überhöhten Lautstärke mitbekomme. Wie es bei Konzerten so üblich ist, muss ich nach diesem Song die Kameras einpacken. Ich geniesse die Zeitreise dann von meinem zugewiesenen Platz aus.

Bild: Reto Turotti (szenemagazin.ch)

 

Die Geschichten, die der Frontmann Wolfgang Niedecken mit seiner warmen, rauchigen Stimme zum Besten gibt, sind aus dem Leben gegriffen, authentisch und nah. Dabei spart die Rockband vom Rhein auch schwierige Themen nicht aus - umso bezeichnender, dass es entgegen allen Prognosen des damaligen Musiklabels ausgerechnet der Song Verdamp lang her ist, mit dem alles 1982 ins Rollen kommt. Erzählt er doch die zutiefst traurige Geschichte von dem nie stattgefundenen Gespräch zwischen Niedecken und seinem verstorbenen Vater. Das Motto der Tour «ZEITREISE 81/82» führt die Idee fort, die sich zum letzten Album «ALLES FLIESST» entwickelte.

Zusammenfassend kann man sagen, der Sound war beeindruckend druckvoll, ohne die feinen Nuancen der Musik zu überdecken. Besonders die Band verlieh den Songs eine zusätzliche Tiefe und sorgte für einen fetzigeren Sound. Niedeckens Stimme klang kraftvoll und voller Emotionen, während er mit dem Publikum ins Gespräch kam oder als er während Verdamp lang her kurz die Augen schloss und ganz in die Musik versank. Nach fast 3 Stunden BAP-Zeitreise vor ausverkauftem Haus im Theater 11 nehme ich die Stimmung mit auf den Heimweg und geniesse einige Lieder im Auto. Danke an BAP für den tollen Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleibt.

 

 

Eventdatum: 20.11.2024

Fotograf:  Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location:  Theater 11, Zürich

Veranstalter: act entertainment ag

Zuschauerzahl: Ausverkauft

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Konzert

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