Trotz der Pleite am Vortag kommen die Zuger mit Volldampf aus der Kabine und machen von Anfang an Druck, scheitern jedoch immer wieder an Melvin Nyffeler oder am eigenen Unvermögen. Statt mal zu schiessen, wird noch ein Querpass eingefügt, der in den meisten Fällen beim Gegner landet. Schade eigentlich, denn Zug hat gute Offensivkräfte in ihren Reihen, die heute Abend nicht den besten Tag erwischen. Aber wo sind die Seeländer? Die sind mit Defensivarbeit beschäftigt und kommen in der Drittelshälfte zu einer längeren Phase, in der sie die Scheibe in ihren Reihen halten können und einige Angriffe auf das gegnerische Tor starten. Wie aus dem nichts wird Tyler Moy von Jordan Schroeder mittels eines Flippasses in die Tiefe geschickt. Der Topscorer der Lakers lässt sich nicht zweimal bitten und versenkt den Puck nach einer Täuschung auf der Backhandseite zwischen Arm und Beinschonern eiskalt zur 0:1-Führung an Genoni vorbei. Zug kann eine Strafe gegen Ende des Drittels nicht ausnutzen. Hinzu kommt noch Pech, denn Hofmann trifft nur Nyffelers Gehäuse. So geht Rapperswil mit einer 1:0-Führung in die erste Pause.
Im mittleren Abschnitt entwickelt sich eine spannende Partie. Zug versucht das Spiel an sich zu reissen, scheitert immer wieder im Spielaufbau durch ungenaue Pässe in der neutralen Zone. In der 25. Minute kommt der EVZ zum verdienten Ausgleich, denn sie haben bisher mehr fürs Spiel getan als Rapperswil. Hofmann dringt mit viel Tempo in den Slot der Gäste ein, bremst hinter dem Tor von Nyffeler ab und hat alle Zeit der Welt, einen freien Mitspieler zu finden. Kein Verteidiger der Gäste greift ihn an und so findet Hofmann Pass Simion, der den Puck direkt annimmt und im Netz der Gäste versenkt. In der Mitte des Spiels kommt es zu einer wüsten Szene: Justin Abdelkader checkt Noreau von hinten in die Bande und der bleibt einige Sekunden auf dem Eis liegen. Noreau kann selber zur Bank fahren, aber für ihn ist der Abend gelaufen. Somit wächst das Lazarett bei Rapperswil weiter an. Denn nach Noreau musste auch Aberg verletzt ausscheiden. Für Abdelkader war auch frühzeitig Schluss, denn er wurde mit fünf Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche geschickt. Die Gäste können fünf Minuten lang mit fünf gegen vier spielen und kommen durch Aberg zur erneuten Führung. Aberg bestreitet erst sein drittes Spiel für Rapperswil und bezwingt Genoni auf Pass von Vouardoux. Kurz darauf erhält Nyffeler wegen eines Stockschlags eine Zweiminuten-Strafe aufgebrummt und das mutzen die Zuger zum 2:2 Ausgleich durch Jan Kovar aus. Klingberg nimmt die Nyffeler die Sicht und Kovar versenkt die Scheibe direkt unter der Latte. Somit ist Spannung für das letzte Drittel angesagt für die 7023 Zuschauer in der Bossard Arena in Zug.

Weiter geht es im letzten Abschnitt. Es ist ein hin und her und beide Mannschaften sind in der Defensive konzentriert am Werk. Es sind dann die Gäste vom Obersee, die in der 52. Minute durch Andrew Rowe wieder in Führung gehen. Cervenka lanciert Rowe, der tänzelt die Abwehr der Zuger aus, umkurvt noch Genoni und schiebt die Scheibe ein. Wow, was für ein Treffer. Bahnt sich da etwa die nächste Pleite für die Zuger an? Tagnes nimmt drei Minuten vor Schluss Genoni raus und setzt alles auf eine Karte. Die Zuger agieren mit sechs gegen fünf. Dann ein Fehlpass und Cervenka kann ins leere Tor einnetzen. Tagnes hat eine Offside-Position gesehen und nimmt die Coaches Challenge. Die Schiris überprüfen die Situation und siehe da, Tagnes hat wieder einmal recht und der Treffer wird nicht gegeben. Weiter geht es mit Zug im Drittel der Gäste. Und es kommt kurz vor Schluss zum Ausgleich für die Zuger. Leuenberger ist der glückliche Schütze. Nach einem Schuss von der blauen Linie prallt der Puck ab, Leuenberger steht goldrichtig am nahen Pfosten und würgt die Scheibe rein. Somit erleben wir zum Jahresabschluss eine Verlängerung.
In der fünfminütigen Overtime fallen keine Tore mehr und somit kommt es zu einem Penaltyschiessen, mit dem besseren Ende für Rapperswil. Hofmann, Senteler, Cehlarik und O’Neill scheitern alle an Nyffeler. Cervenka und Moy treffen für die Gäste und nehmen den Zusatzpunkt mit nach Hause. Somit kassiert der EV Zug die fünfte Pleite in Serie und geht auf dem 9. Tabellenplatz ins neue Jahr.
EV Zug vs. HC Lugano: 3:4 ( 0:1| 2:1| 1:1 | 0:1)
Schüsse aufs Tor: 38:28 (10:6 | 13:9 | 13:11 | 2:2)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 23.12.2022
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Bossard Arena, Zug
Veranstalter: EV Zug
Zuschauer: 7023
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