Wir sehen heute Abend das dritte Playoff-Spiel in der Serie von sieben. Beim letzten Heimspiel musste der EHC Kloten eine bittere Pille schlucken und den Gästen den Sieg abgeben. Im zweiten Spiel dann die Kehrtwende und der EHC konnte den ersten Sieg der Serie buchen.
Nun heisst es, diesen Drive mitzunehmen und die Serie mit einem weiteren Sieg auszubauen. Im Tor der Gastgeber erneut Tim Wolf, immer noch mit einem Ajoie-Helm und -Beinschonern. Bereits nach 27 Sekunden zieht Kevin Kühni die Notbremse und muss wegen seines Hakens auf die Strafbank. Die Strafe wird von den Thurgauern ohne grössere Blessuren überstanden. Die Powerplayformation des EHC Kloten scheint noch nicht bereit gewesen zu sein. Der HC Thurgau versucht immer wieder, Angriffe zu lancieren. Während einem dieser Versuche kann Dario Meyer die Scheibe unter Kontrolle bringen und fährt in Richtung Janett. Mit ihm ziehen auf der rechten Seite Andri Spiller und links Niki Altorfer mit. Der Pass geht zuerst an Spiller, welche den sich optimal platzierenden Altorfer sieht. Pass auf ihn und Janett verschiebt sich zu langsam, Tooor. Nach etwas mehr als sieben Minuten jubeln die Klotener zum ersten Mal. In der 11. Minute geht Patrick Spannring die Strafbank testen, weil er für Behinderung zwei Minuten aussetzen muss. Das Powerplay steht mit Marchon hinter dem Tor. Er passt zu Faille und stellt sich dann frech vor den Thurgauer Keeper. Faille wiederum passt zu Loosli, welcher den Puck wieder zurückgibt. Die Scheibe nicht stehen lassen, immer in Bewegung halten. Faille gibt die Scheibe weiter an Marchon, der sich nur noch umdreht und dann einschieben kann. Ein weiteres Mal können die Fans ihre Helden bejubeln. Doch, es geht auch ohne Überzahlspiel. Besonders dann, wenn man Robin Figren so viel Platz schenkt. Dieser steht in der 15. Minute ganz allein und unmittelbar in Tornähe. Eric Faille sieht dies und spielt ihn an. Ein normaler Schuss hätte gereicht, aber Figren ist bekannt für seine Hammerschüsse. Er drischt volle Kanne auf die Scheibe ein, um sie im Netz hinter Janett zu versenken. Dann eine etwas komische Situation, Jonathan Ang ist im Sturm auf das Klotener Tor und hat Dario Mayer an seinen Fersen haften. Dieser hat keine Chance etwas zu unternehmen und so schlägt er ihm den Stock an den rechten Oberarm. Hierfür kassiert der EHC Kloten einen Penalty. Ang führt ihn gleich selbst durch und kann Tim Wolf gekonnt umspielen und das erste Tor für den HC Thurgau erzielen. Mit diesem Stand geht es in die Pause.
Währen der Pause frage ich bei anderen nach, wie sie die Situation mit dem Penalty sehen. Die Antwort dann: Penalty sei ok, hätte aber nicht zwingend sein müssen. Sei eventuell etwas kleinlich gepfiffen, da Ang nicht wirklich am Schiessen gehindert wurde. Mit diesem Wissen geht es dann kurz vor Beginn des Drittels in Richtung Spielerbank. Nach etwas mehr als zwei Minuten ein Bully im Drittel der Thurgauer. Die Klotener können dieses für sich entscheiden. Der Puck geht zurück an die blaue Linie zu Figren. Dieser passt zum freilaufenden Fabian Ganz. Er hält die Scheibe kurz an, um alles zu kontrollieren und versenkt danach, ohne gestört zu werden zum Datumsresultat 4:1. Dies wird den Thurgauern zu viel und Luis Janett macht Bryan Rüegger Platz. Der Torhüterwechsel kam wohl sehr unverhofft, da sich Rüegger zuerst noch bereit machen musste. Ob Janett die Schnauze voll hatte, dass er sich einwechseln liess? Auf jeden Fall dauert es Jeff Tomlinson zu lange und er beginnt bei den Schiedsrichtern zu reklamieren. Rüegger muss sich bereits nach 77 Sekunden das erste Mal geschlagen geben: nach einem traumhaften Passspiel von Altorfer und Meyer zu Matteo Nodari, welcher mit einer Direktabnahme den Puck ins Tor ablenken kann. Ok, der EHC Kloten kann auch Tore bei Spielergleichstand schiessen. Ein weiteres Bully im Thurgauer Drittel geht an Eric Faille, welcher die Scheibe in Richtung Figren spediert. Er hält sie davon ab, die blaue Linie zu überqueren, sieht die Lücke und vollzieht einmal mehr einen Hammerschuss. Vorbei an zwei Thurgauern und auch der Torhüter hat keine Chance, diesen Puck am Einnetzen zu hindern. Die Stimmung bei den Thurgauern ist nicht mehr so entspannt wie auch schon und so kommt es gleich zu einer doppelten Strafe, zum einen für einen Bandencheck und zum anderen für Beinstellen. Aber auch auf Klotener Seite sind die Gemüter erhitzt, besonders bei Melnalksnis, welcher dies kurz am Gegner auslässt. Übertriebene Härte, zwei Minuten, entscheiden die Unparteiischen. Sekunden vor Spielende muss Niki Altorfer für seinen Stockschlag auf die Bank, doch in den 11 verbleibenden Sekunden können die Thurgauer keinen erfolgreichen Angriff mehr starten.
Wieder auf dem Eis für die letzten 20 Minuten können sich die Thurgauer nun im Klotener Drittel festsetzen und das Spiel kontrollieren. William Pelletier spielt den vor dem Tor durchfahrenden Ang an und dieser lenkt die Scheibe gekonnt ins Netz ab. Neuer Spielstand nach 41 Minuten: 6:2. Dann wird die schon mehrfach getestete Strafbank der Thurgauer auf eine harte Probe gestellt. Zu viert sitzen die Jungs in Gelb dort. Scheinbar ist die Sachlage noch nicht ganz geklärt und so verlässt Pelletier die Bank zu früh, die Schiedsrichter legen Einspruch ein und pfeifen ihn zurück. Die letzte Strafe gibt es dann auf Klotener Seite. Matteo Nodari wird acht Sekunden vor Spielende eines Stockschlages beschuldigt. Dies können die Thurgauer nicht mehr ausnützen und müssen sich geschlagen geben. Somit kann der EHC Kloten die Serie auf 2:1 ausbauen.
Am Sonntag für Spiel 4 reisen die Klotener nach Weinfelden und am Dienstag kann eventuell dann schon die Entscheidung über den Finaleinzug fallen. Im anderen Halbfinal hat der EHC Olten die Sache eigentlich schon beinahe geklärt und könnte am Sonntag mit einem Sieg den Einzug ins Final feiern.
EHC Kloten vs. HC Thurgau 6:2 (3:1 | 3:0 | 0:1)
Schüsse aufs Tor: 30:23 (12:9 | 7:6 | 11:8)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 01.04.2022
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: stimo arena, Kloten
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 6275
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