Die Tessiner erwischen einen guten Start und pressen die Zuger immer wieder ins eigene Drittel zurück, was den Spielaufbau der Zuger erheblicher stört. Kurz vor Ablauf der ersten Strafe gegen Alatalo (ex-Zuger) scheitert Hofmann nach einer mustergültigen Kombination am Lattenkreuz der Gäste. Kurz vor Ende des ersten Drittels scheitert Hofmann erneut im Powerplay, wieder bei Strafe für Alatalo, mit einem satten Schuss an die Latte des Gehäuses der Tessiner. Somit bleibt es in einem unterhaltsamen Drittel vor ausverkauftem Haus in der Bossard Arena 0:0.
Die Zuger kommen mit viel Schwung aus der Kabine und drücken auf den Führungstreffer, der einfach nicht fallen will. Die Luganesi stehen sehr kompakt stehen in der Abwehr. Das Spiel wird sehr körperbetont geführt und die Schiedsrichter lassen einiges laufen, was aus meiner Sicht ein bisschen zu viel des Guten ist. In der 37. Minute geraten sich Abdelkader (ex-Zuger) und Kovar in die Haare, was mit einer blutigen Nase für Kovar endet. Beide können sich für zwei Minuten in der Kühlbox abreagieren. Müller setzt sich zu Abdelkader auf die Strafbank und der beste Offensivspieler des Abends, Gregory Hoffman, kann in Überzahl in der 38. Minute das längst ersehnte Goal für den EVZ erzielen. Er startet am linken Flügel, zieht in hohem Tempo in die Mitte und bezwingt Schlegel mit einem Handgelenkschuss in die rechte Ecke des Tores. Die Zuger gehen mit einer 1:0-Führung in die Pause.

Im dritten Drittel versuchen die Zuger das Spiel zu verwalten, was aber bei einer 1:0-Führung sehr gefährlich sein kann. Dadurch kommen die Tessiner zu vielen guten Chancen. In der 42. Minute vergibt Prince allein vor Genoni den Ausgleich kläglich und trifft dabei nur den Pfosten. Ist das ein Weckruf für die passiven Zuger? Nein, im Gegenteil. Die Luganesi werden immer frecher und von Zug kommt nicht viel in der Vorwärtsbewegung. Weder die Gäste noch der EVZ können die Strafen ausnützen. Und so kommt es wie es kommen muss, wenn man versucht, den Vorsprung über die letzten Minuten bringen zu wollen. Ausgerechnet Abdelkader trifft gegen seine Ex-Kollegen in der 57. Minute. Alatalo spielt in der Zone der Zuger einen feinen Pass zu Abdelkader, der sich wiederum gegen Kreis durchsetzt und die Scheibe ins Netz befördert.
Somit geht es in die Verlängerung. Diese wird nicht wie in der Regular Season fünf Minuten dauern, sondern zwanzig Minuten. Ist danach noch keine Entscheidung gefallen, geht es weiter, bis eine Mannschaft den entscheidenden Treffer setzen kann. In Zug ist die Stimmung am Siedepunkt angelangt, als Simion in der 66. Minute den entscheidenden Puck im Netz versenken kann. Senteler ist der Vorbereiter. Er kurvt hinter dem Tor rum und passt dann millimetergenau auf Simion im Slot, welcher Schlegel zwischen Stockhand und Schoner erwischt.
Zug muss richtig arbeiten für diesen Sieg. Es wird keine Wiederholung von 2019 geben, als der EVZ die Tessiner mit 4:0 aus dem Viertelfinal beförderten. Ich bin gespannt auf die Reaktion der McSorley-Truppe am Sonntag in der Ressega im Tessin.
EV Zug vs. HC Lugano 2:1 (0:0 | 1:0 | 0:1 | 1:0)
Schüsse aufs Tor: 33:41 (10:10 | 16:12 | 3:13 | 4:6)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoaster
Eventdatum: 25.03.2022
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Bossard Arena, Zug
Veranstalter: EV Zug
Zuschauerzahl: 7200
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