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Vollgas ZSC! Jetzt nur nicht überheblich werden

Vollgas ZSC! Jetzt nur nicht überheblich werden Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Trotz der Sprüche im Medienraum steht noch nicht fest, wer ins Final einzieht und wann es soweit ist. Sofern die ZSC Lions sich jetzt nicht zurücklehnen, könnte Spiel Nummer 3 das letzte Heimspiel in der Halbfinalserie gewesen sein. Aber ob das so sein wird, zeigt sich erst am Montag am Ende der vierten Partie.

Es wird nicht lange gefackelt: schon 12 Sekunden nach Beginn muss Brian O’Neill wegen Haltens raus. Und nach knapp einer Minute Powerplay landet der Puck in Leonardo Genonis Maschen. Wie Juho Lammiko das von der Seite her geschafft hat? Ich hab’s nicht gesehen, mir standen zu viele Spieler im Sichtfeld. Nach dem Treffer steht die Halle Kopf und einige hoffen, es bleibe nicht bei diesem Tor wie in der letzten Begegnung. Viel gibt es jedenfalls nicht mehr zu berichten über das erste Drittel. Die Mittelphase startete ähnlich wie zuvor – Brian O’Neill nahm wegen Haltens Platz auf der Strafbank. Die Überzahlphase verlief für die Lions nicht ganz so erfolgreich, allerdings erfolgte der zweite Streich knapp nach Ablauf der Strafe. Simon Bodenmann spielt Christian Marti an, der auf Höhe der Bullykreise einen geraden Schuss auf das Zuger Tor abgibt und versenkt. Wenig später ruht sich Fabrice Herzog wegen Beinstellens zwei Minuten aus. Just als er von der Bank fährt, ist der Puck auf seiner Höhe. Er kann die Chance jedoch nicht nutzen.

Dieses Mal dürften die ZSC-Fans über einen Schiri-Entscheid wettern. Wie hat es ein Journalist später in der Pause treffend formuliert? Richtig: Simon Hrubec ist ein verdammt guter Torwart, wenn er nicht grade am Boden liegt, weil ihn wer von den Kufen geholt hat. Von der Seitenbande her hat es jedenfalls eher ausgesehen, als würde Hrubec vom Zuger Spieler umgefahren, aber drum gibt es ja verschiedene Blickwinkel. Nach Videoreview wurde entschieden, dass der Treffer von Niklas Hansson gilt. Marc Michaelis ist in Dario Trutmann reingefahren, der dann wiederum in Hrubec geschliddert ist. Wie viele andere war ich durch den Zusammenstoss abgelenkt. Der Torraum war offen, sodass Hansson frei Bahn für seinen Weitschuss hatte. Das Spiel war bereits abgepfiffen, als Leon Muggli den Puck ein zweites Mal ins Tor schiebt – aus seiner Sicht: sicher ist sicher? Die Zuger Fankurve ist noch immer lautstark am Feiern, als die Hausherren kurz vor der Pause klarmachen, wer hier den Ton angibt. Yannick Weber umfährt seine Gegner, passt zu Sven Andrighetto, der den Puck zu Rudolfs Balcers abgibt. Dieser macht kurzen Prozess zum 3:1.

Traditionsgetreu wird die erste Drittelsstrafe gegen einen Zuger ausgesprochen. Nein, Brian O’Neill hat keinen Hattrick abgesessen und es war ein anderes Foul. Dieses Mal hat Jan Kovar wegen eines Cross Checks zwei Minuten kassiert. Die Gäste überstehen die Unterzahlsituation problemlos. In der Hälfte des Drittels geraten sich Reto Suri und Juho Lammikko vor Genonis Tor in die Haare und müssen beide wegen übertriebener Härte vom Eis. Die Zuger setzen zweieinhalb Minuten vor Spielende alles auf eine Karte und Leonardi Genoni fährt nach einem Unterbruch vom Eis.

Die Lions schaffen es nicht aus ihrem Drittel raus und die Innerschweizer schaffen mit einem Spieler mehr den Anschlusstreffer durch Fabrice Herzog. Noch liegt alles drin in den verbleibenden 100 Sekunden. Deshalb kehrt Genoni aufs Eis zurück. Dachte ich. Doch ein paar Sekunden später fährt er wieder zur Bank. Erst trifft Schäppi nur den Metallrahmen des leeren Kastens. Beim zweiten Versuch schnappt sich Vinzenz Rohrer den Puck im Alleingang, ein Zuger Spieler stellt sich ihm in den Weg. Rohrer hebt den Puck an, schiesst über die gegnerische Kelle und trifft in der 58. Minute zum 4:2. Genoni kehrt ein weiteres Mal zurück aufs Eis. Der EVZ nimmt in der letzten Spielminute ein Timeout – sie versuchen einen letzten Angriff mit 6 Feldspielern. Und damit wurde der zweite Empty Netter 29 Sekunden vor dem Schlusspfiff ermöglicht. Juho Lammikko versenkt zum 5:2 und trägt zum dritten Sieg der laufenden Serie bei.

Am Montag findet in Zug das vierte Spiel statt. Ob es am Mittwoch nochmal ein Heimspiel geben wird, wissen wir erst, wenn die Partie zu Ende ist. Während die einen sich noch an die Hoffnung klammern, die Serie könne noch gewendet werden, planen die anderen schon ein Alternativprogramm. Ganz sicher stattfinden wird die Partie Fribourg-Gottéron gegen Lausanne HC, wo entweder Fribourg die Serie ausgleicht oder Lausanne mit 3 Siegen in Führung geht.

 

 

ZSC Lions vs. EV Zug: 5:2 (1:0 | 2:1 | 2:1)

Schüsse aufs Tor: 37:28 (11:11 | 12:7 | 14:10)

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF

Aufstellung: TeamRoster

  

Eventdatum: 06.04.2024

Fotografin:  Michelle Brügger / szenemagazin.ch

Location:  SwissLife Arena, Zürich

Veranstalter: SIHF

Zuschauerzahl: 12000

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Michelle Brügger
Publiziert in Sport