free website hit counter Szenemagazin - Der HC Davos trifft 0.8 Sekunden vor Schluss zum Sieg gegen Zug

Der HC Davos trifft 0.8 Sekunden vor Schluss zum Sieg gegen Zug

Der HC Davos trifft 0.8 Sekunden vor Schluss zum Sieg gegen Zug Reto Turotti / szenemagazin.ch

Josh Holden feiert an alter Wirkungsstätte den Sieg über Zug. Loser der Partie ist Goalie Hollenstein auf Seiten der Zuger. Die Art und Weise, wie der Treffer zustande kam – Slapstick total.

Bereits nach 21 Sekunden klingelt es im Kasten der Gastgeber. Die Bündner gewinnen das Bully und bauen den Angriff aus der neutralen Zone auf. Im Slot kann Bengtsson den Pass von Nussbaumer nicht blocken. Die Scheibe kommt zurück zum ihm und er lässt sich nicht zweimal bitten und versenkt die Scheibe zu 1:0 für die Davoser. Die Zuger lassen sich nicht beeindrucken und machen ihrerseits Druck und zwei Minuten später liegt die Scheibe im Netz der Gäste. Michaelis zieht aufs Tor und versucht per Backhand zu treffen, Senn lässt die Scheibe nach vorne springen. Die Scheibe kommt dann von Niklas Hansson zurück zu Michaelis, der sich auf der rechten Seite positioniert hat und dieser trifft aus spitzem Winkel ins Tor. Weitere drei Minuten später sind die Davoser wieder an der Reihe. Schon wieder zappelt die Scheibe im Netz, diesmal ist es Chris Egli, der im Forechecking Druck macht und die Scheibe erobert. Er zögert keine Sekunde, kommt hinter dem rechten Pfosten hervor und schiebt die Scheibe mit dem «Buebetrickli» zwischen Hollensteins Beinen hindurch.

Das ist ein Sinnbild für das erste Drittel. Immer wieder schnürt der HCD den EVZ in der eigenen Zone ein, weil sie sie schon an der gegnerischen Bande angreifen. Diese Situation fällt den Zugern schwer, wenn sie nach vorne kommen, meist durch einen Konter oder eine gute Einzelaktion, spielerisch gelingt es aber noch nicht. Und wieder trifft der HCD. In der 16. Minute fährt Bristedt an der blauen Linie entlang und entscheidet sich in der Mitte des Spielfelds, einen Schuss abzugeben. Durch grossen Verkehr vor Hollenstein sieht dieser nichts, Wieser versucht noch abzulenken, aber schlussendlich landet die Scheibe unbeeinflusst im oberen linken Eck Hollensteins. Mit 1:3 aus Sicht der Zuger gehen die beiden Mannschaften in die erste Pause vor ausverkauftem Haus in der Bossard Arena. Geht das muntere «Scheibenschiessen» im zweiten Drittel weiter?

Ja. Das zweite Drittel gehört dem EVZ, nur kurz lassen sie den HCD nochmals in der offensiven Zone Druck aufzubauen. Die Fans müssen sich bis zur 24. Minute gedulden, ehe Biasca die Aufholjagd in die Wege leiten kann. Geiser zieht auf der linken Seite ab und vor Senns Tor herrscht Betrieb. Biasca steht richtig und kann den Puck unhaltbar zum 2:3 ablenken. Nur Momente danach befindet sich der EVZ aber in Unterzahl, doch eine unvorsichtige Strafe von Rasmussen bricht die Überzahl der Davoser vorzeitig ab. In der 30. Minute trifft Dario Simion nach einem Fehlpass von Knak und die Zuger kommen zum Ausgleich. Danach drücken die Innerschweizer auf den Führungstreffer, aber die Partie beruhigt sich. Doch die Duelle auf dem Eis werden immer giftiger, auf jede Aktion, die nur einen Zentimeter zu nah am Torhüter war, wird entsprechend reagiert. Nordström muss wegen solchen einer Aktion nach dem Pfiff auf die Strafbank. Doch das Powerplay können die Zuger nicht ausnutzen und das ist aus meiner Sicht eine Schwäche am heutigen Abend. Somit geht es mit 3:3 in den letzten Abschnitt und man darf gespannt sein, was noch alles passiert in dieser bis dahin spannenden Partie.

 

Bild: Reto Turotti / szenemagazin.ch

 

Das dritte Drittel ist das ausgeglichenste der Partie, beide Mannschaften haben ihre Glanzmomente, aber auch nicht Lobenswerte. Auch Davos kann nichts aus dem Powerplay machen, ganz im Gegenteil. Bei Strafe von Martschini kann Herzog einen Fehlpass abfangen und allein auf Senn davonziehen. Dieser nimmt sich Zeit und erwischt Senn knapp über dem Schoner auf der linken Stockhandseite zur erstmaligen Führung der Zuger in der 52. Minute. In der 56. Minute schafft Davos den Ausgleich. Dahlbeck kommt nach einem Bully im Slot der Zuger zum Schuss an der blauen Linie. Ambühl und Nordström nehmen Hollenstein die Sicht, der dadurch die nahe Ecke weit offenlässt. Genau da schlägt die Scheibe ein und Davos gleicht zum 4:4 aus in der 56. Minute. Danach konzentrieren sich die beiden Mannschaften auf die defensive Arbeit und riskieren nicht mehr viel. In der letzten Minute hat man das Gefühl, die Partie ist vorbei. Doch dann schiesst Nordström 0.8 Sekunden vor Schluss den Siegestreffer für den HCD. So ist dieser entstanden: Die Scheibe fliegt hinter das Tor von Hollenstein, dieser entscheidet sich, es zu verlassen. Nordström erobert die Scheibe und spielt sie knapp neben den Pfosten, sodass sie an Hollensteins Kufe abprallt und zum Sieg für die Davoser ins Tor kullert.

Fazit aus meiner Sicht: Es war nicht der Abend der beiden Goalies. Beide zeigen eine schwache Leistung, die sich in der Fangquote von «nur» 80 Prozent widerspiegelt. Der Ligadurschnitt liegt über 90 Prozent! Wie kommt es, dass am gleichen Abend beide Torhüter mehrere haltbare Treffer kassieren? Nicht nur die Torhüter machen ungewohnte Fehler. Auch ihre Vordermänner sind zu oft nicht bei der Sache, die Davoser kassierten sogar ein Tor in Überzahl (zum 4:3 für Zug). Josh Holden freut sich über den kuriosen Siegestreffer und den ersten Sieg gegen Zug in dieser Saison. Weiter geht es für Zug am Sonntag in Lugano. Der HCD empfängt den amtierenden Schweizer Meister zu Hause.

 

   

EV Zug vs. HC Davos: 4:5 (1:3 | 2:0 | 1:2)

Schüsse aufs Tor: 25:25 (8:11 | 8:7 | 9:7) 

 

Details zum Spiel: Gamecenter SIHF 

Aufstellung: TeamRoster

 

Eventdatum: 04.01.2024

Fotograf:  Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location:  Bossard Arena, Zug

Veranstalter: EV Zug

Zuschauerzahl: 7200

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Sport

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