Kloten schlägt den Meister aus Genf in einem verrückten Spiel mit 4:3
Reto Turotti / szenemagazin.ch
Der EHC Kloten muss einen 3:0-Vorsprung preisgeben, triumphiert aber trotzdem. Miro Aaltonen erzielt das Game Winning Goal. Steve Kellenberger wird geehrt für 800 Spiele im Trikot des EHC Kloten.
Vor Spielbeginn wird das Klotener «Urgestein» Steve «Chälli» Kellenberger vom VR-Präsident Jan Schibli geehrt. Steven Kellenberger hat in seiner Karriere über 800 Spiele für den EHC Kloten und über 700 in der höchsten Schweizer Spielklasse absolviert. In der Saison 2005/06 gab er für den EHC Kloten sein Debüt, mittlerweile spielt er seine 17. Saison in Kloten und hat angekündigt noch ein Jahr anzuhängen. Traumstart für Kloten, die hier mit viel Elan in die Partie gestartet sind und viel Druck auf den Kasten der Genfer machen. Nach einem scharfen Pass von Leandro Profico in den Slot muss Dario Meyer aus kurzer Distanz nur noch den Stock hinhalten und sorgt damit für die frühe Führung für das Heimteam nach 83 Sekunden auf der Uhr. In der Folge vergeben die Klotener Grosschancen durch die Marchon Brüder Marc und Joel. Kloten ist Spielbestimmt und kommt dann in der 15. Minute zum ersten Powerplay. Die Strafe gegen Jooris läuft gerade 4 Sekunden als Ang, nachdem Bully, übernehmen kann und abzieht und die Scheibe zum 2:0 für das Heimteam in den Maschen unterbringt. Nachdem Anspiel wandert, der Jubilar Kellenberger in die Kühlbox und plötzlich liegt die Scheibe im Netz von Metsola. Larry Mitchell nimmt sofort die Coaches Challenge wegen Goalie Behinderung. Es dauert und dauert bis die Unparteiischen ihr Urteil gefällt haben mit dem Verdikt «kein Tor». Kellenberger muss wieder auf die Strafbank aber die Genfer können die Überzahl nicht ausnutzen. So geht das Heimteam mit einem 2:0 in die erste Pause.

Kloten macht wie im ersten Drittel sofort Druck auf die Genfer Abwehr mit einem aggressiven Forechecking. Hier sieht man die Handschrift von Headcoach Larry Mitchell. Die Genfer kommen zu Chancen aber sind Zuwenig konsequent vor dem Tor. Und wie es so ist im Sport: Einer rennt an und der andere macht die Tore. So auch im Fall von Kloten. Wiederum Ang ist es der das 3:0 erzielt. Der Kanadier schnappt sich einen fahrlässig gespielten Querpass von Vatananen, der an der blauen Linie eigentlich auf Berni rüber legen will. Ang kann allein auf Descloux ziehen, und trifft zum 3:0 für die Kloten und es sind erst 25. Minuten gespielt. In den folgenden Minuten kommt Kloten nicht mehr aus dem eigenen Drittel und verteidigt fahrlässig aus meiner Sicht. Folge davon sind zwei Treffer der Gäste innerhalb von vier Minuten! In der 28. Minute stochert Praplan die Scheibe aus einem Pulk von Spielern ins Tor zum Anschlusstreffer. Vier Minuten später ist es wieder Praplan der ins Schwarze trifft. Die Klotener Abwehr kann Berthon nicht stoppen und der dringt in die Zone ein. Statt selbst den Abschluss zu suchen, legt er auf den freistehenden Praplan ab und der zirkelt die Scheibe unhaltbar für Metsola ins Lattenkreuz zum 2:3 aus Sicht der Genfer. In dieser Phase spielt nur noch Genf. Es ist Metsola zu verdanken, dass die Genfer nicht noch vor Drittelsende zum Ausgleich kommen. Ich denke Mitchell muss jetzt die richtigen Worte finden in der Kabine damit Kloten wieder so spielt wie in den ersten 25 Minuten.
Auf geht’s in den letzten Abschnitt. Doch lange liegt Genf im letzten Drittel nicht mehr im Rückstand. Denn der amtierende Meister sorgt seinerseits für einen Blitzstart im Schlussdrittel und schafft den Ausgleich durch Tim Berni. Nach gewonnenem Bully kommt die Scheibe zu Berni und der zieht einfach mal ab und profitiert, dass die Scheibe von einem Klotener abgelenkt wird. Der Meister macht somit aus dem 0:3 ein 3:3 und ist so etwas von zurück im Spiel Es kann wieder von vorne beginnen. Es gelingt Kloten in der Folge die Partie wieder ausgeglichener zu gestalten. Die Chancen häufen sich für Kloten aber der Treffer will (noch)nicht fallen. Langsam mach ich mich auf eine Verlängerung gefasst, denn es ist nur noch etwas mehr als eine Minute zu spielen. Jonathan Ang zieht auf rechts allen davon und zieht dabei die volle Aufmerksamkeit Vatanens auf sich, legt dann perfekt zurück auf Aaltonen, der mit einem platzierten Schuss das Game Winning Goal für Kloten schiesst! Wow war das ein Spektakel in der Stimo Arena vor 4470 Zuschauern. Vom 3:0 zum 3:3 und dann noch den entscheidenden Treffer gebucht für Kloten. Seit Larry Mitchell nicht nur Sportchef, sondern auch Cheftrainer ist, läuft es in Kloten. Mit dem 4:3-Sieg gegen den Meister punktet das Team erstmals in dieser Saison zum dritten Mal hintereinander.
Fazit aus meiner Sicht: Kloten beweist Moral und kann erhobenen Hauptes zum Auswärtsspiel nach Zug reisen und die formstarken Zuger fordern. Ich bin gespannt, wie sich die Truppe um Larry Mitchell am Freitag zeigt.
EHC Kloten vs. Genève-Servette HC: 4:3 (2:0 | 1:2 | 1:1)
Schüsse aufs Tor: 16:39 (6:11 | 2:15 | 8:13)
Details zum Spiel: Gamecenter SIHF
Aufstellung: TeamRoster
Eventdatum: 28.11.2023
Fotograf: Reto Turotti / szenemagazin.ch
Location: Stimo Arena
Veranstalter: EHC Kloten
Zuschauerzahl: 4470
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Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Reto Turotti
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