Ein Fest zum letzten Saison-Heimspiel der Helvetic Guards
Nils Blattner / szenemagazin.ch
Die Guards spielen bei ihrem letzten Heimspiel mit Live-Musik und viel Brimborium auf, feiern können aber die Gäste.
Mit Pre-Game Live-Musik und Tanzeinlagen der «Favourite Formation» Dance Crew starten die Helvetic Guards in einen frühen Football Sonntag. Aufgrund der Live-Übertragung im Free-TV wurde der Kick-Off auf 13:00 Uhr vorverschoben und auch sonst gab es einige Spezialitäten. Werbepausen während denen der DJ kurz austreten muss, oder ein «Icke», der mit Maskottchen und Publikum rumalbert. Als Gäste empfangen die Guards die bisher ungeschlagenen Rhein Fire. Die sind entsprechend auch klar die Favoriten gegen die Guards mit negativer Bilanz.
Bei der Hauptattraktion des Nachmittags starten beide Mannschaften etwas harzig. Die Guards haben den Münzwurf gewonnen und sich für die zweite Halbzeit entschieden. Als erstes muss ich mich an die Abstände beim Kick-Off gewöhnen: Der Kicker steht allein auf weiter Flur und praktisch alle Spieler stehen rund um die Endzone der Gäste versammelt. Dann geht es endlich richtig los und Rhein Fire versucht mit einem Laufspiel zu starten. Nach mehreren «incomplete passes» muss der Punter schon aufs Feld. Der schafft es mit einem hohen Ei, den Ball tief in der gegnerischen Hälfte zu platzieren. Die wenigen Meter Platz zur eigenen Endzone werden noch knapper für die Guards und sie müssen nach nur drei Versuchen Punten. Das passiert als nächstes auch Rhein Fire und gleich darauf nochmals der Heim-Mannschaft. Ein harziger Start also oder «Defense Schlacht». Das Publikum ist von der eigenen Defense-Leistung angetan und unterstützt sie lautstark. Aller guten Dinge sind «drei» sagen sich die Gäste und starten mit einem respektablen Laufspiel durch #17 Tonga, dessen Dreads nur so durch die Luft fliegen, um bald darauf von der Mittellinie aus eine Bombe auf #84 Patterson in die Endzone zu werfen. 0:7 für die Gäste. Der nächste Drive startet mit einem Fumble von #30 Alberti, der ihn aber gleich wieder unter Kontrolle bringen kann. Es bleibt aber keine Zeit fürs Publikum den Schock zu verdauen, denn mit dem nächsten Pass auf #17 Dayres kann der sich lösen und rennt in die Endzone. Mit dem Extrapunkt ist wieder Gleichstand, 7:7. Doch daraufhin folgt der Drive, bei dem Rhein Fire den Lauf etablieren kann. Mit 4 Läufen kann #17 Toonga 40 Yards überbrücken, die restlichen 30 erfolgen über die Luft und enden in einem Touchdown durch #10 Kwofie. Am Ende des ersten Quarters steht es nun 7:14 für die Gäste.

Das zweite Quarter ist aus Sicht der Guards ein Desaster: Erst müssen sie mit einem «three and out» den Ball gleich wieder zurückgeben und die Gäste können mit nur einem Spielzug Scoren: 7:21. Danach endet ein passabler Drive der Guards in einer Interception, welche die Düsseldorfer sogleich verwerten: Der «point after touchdown» geht daneben, es steht 7:27. Nach einem erneuten Punt der Guards gibt es nochmals ein Scoring Drive der Gäste für 7:34. Beim anschliessenden Kick-Off passiert dann der Super-GAU: #7 Nacita verliert den Ball beim Tackle tief in der eigenen Hälfte und die Gäste verwerten zum 7:41 Halbzeitstand. Es ist fast alles schief gegangen, was schief gehen kann und die vier aufeinanderfolgenden Scores der Rhein Fire müssen erst verdaut werden.
Während der Halbzeitpause versuchen auf dem Spielfeld die Cheerleader des FC St. Gallen die Stimmung etwas zu heben und in den Katakomben wird justiert. Vor allem auf Seiten der Guards scheint das geklappt zu haben. In die zweite Halbzeit starten sie zwar mit einem «turnover on downs», mit Blick auf den Score aber eine absolut verständliche Entscheidung beim vierten Versuch und einem Yard die Offense auf dem Feld zu lassen. Den einzigen Score des dritten Viertels holen sich dann doch die Gäste. Sie schaffen es die Heim-Offense tief in der eigenen Seite zu «pinnen» und deren Ballträger in dessen Endzone zu Boden zu bringen. Somit heisst es «Safety», was zwei Punkte und gleich den Ball zurückgibt. 7:43.
Das letzte Quarter startet mit einem ersten Lichtblick aus Sicht Guards. Sie starten nach einem langen Pass auf #81 Veluire über 66 Yards in der Red Zone und holen sich den letzten Yard laufend mit einem «quarterback sneak». #3 Noble verkürzt auf 14:43. Mittlerweile sind auf der Seite der Gäste Ersatzspieler auf dem Feld und die Zeit wird mit Laufspielen kontrolliert. Die Guards können dann auch noch einen Stopp erzwingen und mit einem Field Goal durch #9 Jonkmans den Score etwas kosmetisch auf das 17:43 Schlussresultat anpassen.
Die Helvetic Guards hatten Glück, dass sie keinen «50-Burger» kassieren mussten. Das nicht-existente Laufspiel machte es für die Guards schwierig die «play action» Pässe glaubhaft zu verkaufen. Und mit den vielen verlorenen Bällen darf das Endresultat gar nicht anders lauten. Die Deutschen Gäste konnten mit dem soliden Laufspiel und vielen «big plays» durch die Luft aufspielen. Sie gewinnen verdient.
Der Stimmung im Stadion hat das aber trotzdem nicht den Garaus gemacht. Die Schweizer Fans freuen sich international vertreten zu sein und sind gespannt auf die nächste Heimsaison der Helvetic Guards.
Helvetic Guards vs. Rhein Fire: 17:43 (2:6)
Mehr Infos im Gamecenter der ELF.
Eventdatum: 27.08.2023
Fotograf: Nils Blattner / szenemagazin.ch
Location: Lidl-Arena, Wil
Veranstalter: Helvetic Guards
Zuschauerzahl: 3060
https://szenemagazin.ch/sport/item/1123-ein-fest-zum-letzten-saison-heimspiel-der-helvetic-guards#sigProId97d64f4c58
Weitere Informationen
- Fotograf/-in: Nils Blattner
Schreibe einen Kommentar
Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.