Summerdays Arbon 2021 - Freitag
Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Das Summerdays Arbon ist dieses Jahr eines der wenigen Openairs mit internationalen Performern. Nachdem es letztes Jahr abgesagt werden musste, hatte ich dieses Jahr meine Zweifel, ob es stattfinden würde. Insbesondere, nachdem das «Frauenfeldli» und das «Alba» abgesagt wurden.
Meine Zweifel werden erst ausradiert, als ich das Festivalbändeli an meinem Arm und den Fotopass um den Hals hängen habe. Danach noch schnell den mittlerweile üblichen Zertifikatstest und den Fotorucksack dem Securitymitarbeiter zeigen und ich stehe auf dem Gelände. Wow! 18 Monate lang nichts und dann gleich zwei Openairs innerhalb von 24 Stunden. Das «Summerdays» empfinde ich als sehr gut organisiert. Der Bändel fungiert gleichzeitig als mögliches Zahlungsmittel, sofern man ihn mit Cash aufgeladen hat. Gleichzeitig gibt er dem Verkäufer auch das ok, dass sein Kunde Alkohol trinken darf. Auf Flaschen, Becher und Gläser - ja es gibt hier Gläser und Weinflaschen - entrichtet man zusätzlich zum Kaufpreis ein Depot, das man überall wieder zurückfordern kann, wenn man sie zurückgibt. Verhungern ist in Arbon auch ein Fremdwort. Die genaue Anzahl der Foodstände kenne ich nicht, aber das Angebot reicht von Fonduebrot, Raclette, Pasta, Käsespätzli bis zu den Pflichtsachen wie Bratwurst oder Cervelat.
77 Bombay Street eröffnen Summerdays

Das Openair wird um Punkt vier Uhr eröffnet und 77 Bombay Street betreten die Bühne. Die vier baselstämmigen Bündner begrüssen die bereits zahlreich anwesenden Gäste, von denen mit Klatschen und Zurufen empfangen werden. Die Stimmung ist wie bei jedem Künstler, den ich in den letzten Tagen fotografiert habe, sehr gut. Jeder ist happy, wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Sie geben ihr Repertoire zum Besten, zum Beispiel mit «47 Millionaires». Der Sound ist ok, schwer zu beurteilen in der Reihe 0, doch irgendwie schleicht sich bei mir das Gefühl ein, dass eine Box mehr quakt als tönt. Während die Band weiterhin das Publikum glücklich macht, gehen wir nochmals den Foodbereich abchecken. Das Gelände ist sehr grosszügig bemessen und es hat sehr viele Sitzplatzmöglichkeiten.
The Baseballs versprühen ihre Energie

Als nächstes kommt der Rock’n’Roll auf die Bühne. The Baseballs treten mit viel Elan und noch mehr Haarspray beziehungsweise Haargel auf. Ihnen sieht man gleich das Lächeln an, als sie ins Publikum schauen. Sie versprühen ihre Energie und das Publikum feiert mit. The Baseballs bekannt für ihre Rock‘n’Roll-Coverversionen. Als ich ihn deutsch sprechen höre, war ich einen Moment erstaunt. Aber sie sind ja aus Deutschland und ich bin positiv überrascht.
Rockmusik auf der Querflöte

Der nächste Künstler verspicht uns eine Einzigartigkeit in der Rockmusik. Sänger und Gründungsmitglied Ian Anderson spielt Querflöte, die zu seinem Markenzeichen wurde. Ebenfalls bekannt ist er dafür, dass er gerne auf einem Bein steht und den Flamingo imitiert. Heutzutage vermag der mittlerweile 74-Jährige nicht mehr eine ganze Show einbeinig durchstehen. Spätestens jetzt kann man die gut 8000 Anwesenden nicht mehr halten und sie feiern ihre Party. Sei es vorne im Stehbereich oder etwas weiter hinten im Bereich der Campingstühle. Für mich ist Jethro Tull der erste Künstler seit der Pandemie, der den grossen Teich überqueren musste, um eine Show spielen zu können.
Peter Maffay wirbelt über die Bühne
Kurz nach halb zehn Uhr abends steht der Mainact auf dem Progrmam. Peter Maffay stürmt auf die Bühne und legt sofort und ohne Schnörkeleien los. Als ich ihn an seinem letzten Konzert fotografierte, bestritt der Sänger mit rumänischen Wurzeln den Abend noch im Sitzen. Heute ist alles anders, er wirbelt von einer Ecke in die andere und nützt einen Grossteil der Bühnenfläche aus. Uns wurde im Fotograben ein Positionswechsel mitgeteilt, wir stehen nun «Stage right». Das hat den Vorteil, dass mir die eine Box nicht mehr ins Ohr quakt und ich den Sound nun geniessen kann.
Abschluss mit Klängen aus dem Dudelsack
Um Mitternacht dann die Abrundung des Abends mit den Red Hot Chili Pipers. Mit ihren Dudelsäcken spielen sie Coverversionen wie «Smoke on the Water» und»We well Rock you». Sie haben aber auch eigene Songs, ihr neuestes Album «Fresh Air» stammt aus dem Jahr 2019. Als öV-Benutzer war dies dann jedoch leider zu spät und ich ziehe mich nach Peter Maffay zurück, sonst würde ich eine halbe Ewigkeit brauchen, um nach Hause zu kommen.
Für mich ist das Summerdays in Arbon immer wieder eine Reise wert. Alles ist top organisiert, von guter Musik bis zur guten Verpflegung. Der Einlass funktioniert ohne grosses Wenn und Aber, auch in der heutigen Zeit, in der mehr kontrolliert wird. Der einzige negative Punkt war dieser quakende Lautsprecher. Sonst gibt es nur Positives zu berichten und ich behaupte mal, es wird nicht unser letztes Summerdays sein, an dem wir mit dabei sind.
Eventdatum: 03.09.2021
Fotograf: Marcel Kaul / szenemagazin.ch
Location: Quaianlage, Arbon
Veranstalter: Summerdays
Zuschauerzahl: ca. 8000
Summerdays Arbon
https://szenemagazin.ch/konzert/item/623-summerdays-arbon-2021-freitag#sigProIdfa8f6880b7
77 Bombay Street
https://szenemagazin.ch/konzert/item/623-summerdays-arbon-2021-freitag#sigProId537abb5192
The Baseballs
https://szenemagazin.ch/konzert/item/623-summerdays-arbon-2021-freitag#sigProId2f65f124df
Jethro Tull
https://szenemagazin.ch/konzert/item/623-summerdays-arbon-2021-freitag#sigProId1e3f7bf4be
Peter Maffay
https://szenemagazin.ch/konzert/item/623-summerdays-arbon-2021-freitag#sigProId35a7ac7af9
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