Keine Karls kühne Gassenschau in Pfungen
Medienmitteilung vom 11. März 2021
Keine Karl’s kühne Gassenschau in Pfungen
Die Macher von Karl’s kühne Gassenschau ziehen das Baugesuch für die Saison 2021 / 2022 zurück. Der eingereichte Rekurs gegen die vorliegende Baubewilligung kommt somit nicht vor Gericht. Die Theatermacher verzichten auf einen Rechtsstreit und bedauern, dass die intensiven Bemühungen für Lösungen nicht zielführend waren.
Rekurs gegen die Baubewilligung
Schon seit Jahren finden die Aufführungen von Karl’s kühne Gassenschau in der Region Winterthur statt. Die letzten drei Produktionen «SILO8», «FABRIKK» und «SEKTOR1» zeigte die kühne Truppe im Industriepark Winterthur. Nachdem dieses Gelände den Theaterleuten nicht mehr zur Verfügung steht, haben sie für eine neue Produktion für die Jahre 2021 / 22 ein Baugesuch für den Platz in der Lehmgrube / Gebiet Bruni in Pfungen eingereicht und auch eine entsprechende Baubewilligung erhalten. Gegen das Vorhaben ist ein Rekurs eingegangen.
Künstlerische Ideen anstatt Rechtsstreitigkeiten
Karl’s kühne Gassenschau hat sich intensiv bemüht, gute Lösungen für die AnwohnerInnen zu finden. Die Gauklergruppe wäre sogar bereit gewesen, einen Erdwall mit Schallschutzmauer zu bauen und Schall-Werteinhaltungen schriftlich zuzusichern. Paul Weilenmann, Gründer und Produzent: „Uns ist ein gutes Einvernehmen mit der Nachbarschaft wichtig. Wir haben von vielen Leuten Zuspruch für unser Projekt erhalten. Leider waren Gespräche mit ein paar wenigen Exponenten aus der Nachbarschaft nicht zielführend. Wir wollen uns auf unser neues künstlerisches Projekt konzentrieren und nicht auf Rechtsstreitigkeiten ohne Planungs-sicherheit. Thomas Kraft, Projektleiter Pfungen und Miriam Frei, Geschäftsführung Karl’s kühne Gassenschau: „Wir bedanken uns herzlich bei der Keller AG Ziegeleien, der Firma Eberhard und bei der Gemeinde Pfungen, die sich tatkräftig für das Projekt engagiert haben“. Die Leitung der Karl’s kühne Gassenschau bedauert, dass der Vorarbeit von vielen Akteuren nicht Rechnung getragen werden kann.
Kein Plan B im Kanton Zürich
Momentan wird intensiv an einem Plan B gearbeitet, aber es ist noch nichts spruchreif. Schon klar ist, dass dieser Plan B nicht im Kanton Zürich stattfinden wird. Wie die Kühnen schon mehrfach betont haben, war der Platz Pfungen die einzige Option im Kanton Zürich. Während den letzten 15 Jahren hat die Zürcher Gruppe ihre Ur-Première immer in ihrem Heimatkanton feiern können. Das wird im Jahre 2021 bedauerlicherweise nicht der Fall sein. Die Theatergruppe hofft, dass sie rasch einen Platz mit entsprechender Bewilligung finden wird, um ihre 100 Arbeitsplätze im kommenden Jahr zu sichern. Die Rahmenbedingungen für solche Projekte werden zunehmend schwieriger. Die Macher der Gassenschau wünschen sich sehr, dass sie mittelfristig wieder im Heimatkanton auftreten können, sofern sich eine entsprechende Möglichkeit eröffnen sollte.
Pressemitteilung aus dem Gemeindehaus Pfungen
Karl’s kühne Gassenschau nicht in Pfungen
Karl's kühne Gassenschau wird nicht in Pfungen gastieren. Weil sich keine Einigung mit den Rekurrenten im Baubewilligungsverfahren finden liess, zieht sich Karl's kühne Gassenschau aus Pfungen zurück. Dies bedauert der Gemeinderat sehr.
Im Januar 2020 erteilte die Hochbau- und Planungskommission die baurechtliche Bewilligung für das Vorhaben der Theatertruppe „Karl’s kühne Gassenschau“.
Im Vorfeld wurden die Unterlagen durch die zuständigen kantonalen Ämter sowie das Gemeinde-ingenieurbüro sachlich, unabhängig und mit der notwendigen Fachkompetenz auf die Bewilli-gungsfähigkeit gemäss den gesetzlichen Vorgaben geprüft. Die kantonalen Ämter und die Hoch-bau- und Planungskommission erteilten die Bewilligung aufgrund dieser eingehenden Prüfung mit Bedingungen und Auflagen.
Innerhalb der Frist wurde ein Rekurs gegen das Bauvorhaben beim Baurekursgericht einge-reicht; die Behandlung wurde aufgeschoben, um Verhandlungen zwischen der Bauherrschaft und den Rekurrenten zu ermöglichen. Diese Gespräche führten zu keiner Einigung.
Die Theatertruppe „Karl’s kühne Gassenschau“ kommt zum Schluss, dass die Realisierung des Projekts durch die mögliche Weiterbehandlung des Rekurses verzögert würde. Eine allfällige Ab-weisung des Rekurses und damit die Bestätigung der Baubewilligung könnten zudem zu Diskus-sionen und Einschränkungen auch während der Aufführungszeit führen. Dies kann und will „Karl’s kühne Gassenschau“ nicht eingehen. Ziel der Theatertruppe ist in ers-ter Linie, den Menschen mit ihren Aufführungen Freude zu bereiten.
Der Gemeinderat kann den Schritt von „Karl’s kühne Gassenschau“ verstehen und nachvollzie-hen. Er erlebte die Vertreter der Theatertruppe nach allen Seiten gesprächsoffen und konsens-orientiert; sie boten Hand zu sehr weitgehenden, mit hohem Investitionsaufwand verbundenen Lösungen.
Der Rat ist weiterhin der Meinung, dass Pfungen in verschiedenen Belangen von der Anwesen-heit der Truppe und der Ausstrahlung weit über die Region hinaus profitiert hätte. Er stellt zudem fest, dass die Vorfreude auf „Karl’s kühne Gassenschau“ bei vielen Einwohnerinnen und Einwoh-nern gross war und dieser Rückzug Bedauern auslöst.
Pfungen, 11. März 2020Pfungen, 11. März 2020
Der Gemeindeschreiber
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