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The Killers verzaubern Zürich – ausser die Fotografen

The Killers verzaubern Zürich – ausser die Fotografen Reto Turotti / szenemagazin.ch

Zweiter Zürich Openair-Tag, zweite Weltstars im Lineup: The Killers nehmen den langen Weg aus Las Vegas auf sich, um in Zürich die Erde zum Beben zu bringen. Hochkarätige Acts wie Eric Prydz aus Schweden, der Berliner Marteria sowie der in Japan geborene Sänger Joji ergänzen das Lineup an diesem sonnigen und heissen Mittwoch in Zürich.

Von Gampel nach Zürich: Nach 3 Tagen Pause – und einer kleinen Erkältung – dürfen Dario und ich ab heute Mittwoch wieder vom Zürich Openair fürs szenemagazin berichten. Für uns gehört das ZOA mittlerweile zum fixen Sommerprogramm. Jedes Jahr freuen wir uns auf absolute Top-Acts und eine breite Auswahl an leckerem Essen (die aufmerksame Leserschaft merkt langsam, dass wir beide neben Musik auch eine Leidenschaft für Essen haben ;-)).

Kurz nach 18 Uhr spielt mit Gryffin bereits der erste Star in der Tent Stage gross auf. Der Amerikaner ist vor allem für seine Remixes von berühmten Songs wie Talking Body von Tove Lo, Animals von Maroon 5, und Desire von Years & Years bekannt. Vor allem das letzte Lied ist uns sofort bekannt, haben wir doch vor wenigen Tagen in Gampel das Original gehört! Gryffin zeigt bei seinem Auftritt aber auch, dass er nicht nur Remixes sondern auch eigene Musik produzieren kann. So greift er zum Schluss zur Gitarre und hüpft damit auf seinem DJ-Pult rum.

Nach dem tollen Start in den zweiten Festivaltag geht es für uns vor dem nächsten Konzert zur Nahrungsaufnahme. Kurze Verwirrung wegen des neuen Geländelayouts weicht schnell Vorfreude: Shanghai Bao von Wesley's Kitchen! Mit Bao Buns in den Händen und einem Lachen im Gesicht geht’s zur Main Stage, wo Marteria soeben die Bühne betritt. Der gebürtige Rostocker erlangte 2012 in Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus mit seinem Song Lila Wolken grosse Bekanntheit. Marteria standen jedoch mehrere Karrieremöglichkeiten offen: Er spielte für die Jugend des FC Hansa Rostock und die Deutsch U-17 Nationalmannschaft. 1999 wurde Marteria in New York von Model Scouts entdeckt. Nach Zusammenarbeiten mit Diesel und Hugo Boss beendete er aber seine Modelkarriere, um sich dem Musikbusiness zu widmen. Er scheint seine Entscheidung auf jeden Fall nicht bereut zu haben und pflegt insbesondere mit Zürich eine tiefgreifende Beziehung. Etliche Male bedankt er sich bei den zahlreichen Fans, dass sie trotz der frühen Stunde erscheinen und mit ihm eine Party feiern. Und was für eine! Ganz zu beginnt kündigt er an, dass wir heute genau 60 Minuten hätten. Und er wird jede einzelne davon auskosten – und sogar noch etwas mehr! Marteria eröffnet die Party mit Endboss. Mit tausenden Fans springt er von Level zu Level wie in einem Videogame. Wer beim Text genauer hinhört beziehungsweise diesen natürlich auswendig kennt, merkt, dass die Levels durchaus seine Lebensgeschichte darstellen: FC Hansa Rostock, mit 18 nach Manhattan. Das kennen wir doch von weiter oben. Die Bässe durchdringen auch in der hintersten Reihe noch alle Knochen. Hoffentlich weht es unseren Fotografen Reto vor der Bühne im Fotograben nicht weg!

 

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AIn gewohnt harter und lauter Manier spielt Marteria alle Top-Songs, die er im Repertoire hat. Von Scotty beam mich hoch, über El Presidente, bis Adrenalin. Bei El Presidente verzaubert er das Schweizer Publikum mit einer neuen Strophe. Die Zeile «Wie ein Schweizer Uhrwerk ohne Zeitgefühl» gehen laute Lacher und Jubel durch die Menge. Marteria weiss auf jeden Fall, wie er uns Schweizer um den Finger wickelt. Über die volle Stunde hinweg beweist er auch, dass er ein genialer Entertainer ist. Hier ein Mosh Pit, da alle Frauen auf die Schultern der «stabilen Jung» beordern. Und zu guter Letzt die «Wall of HipHop» bei der wir unsere Freundinnen und Freunde verlieren und erst beim Saufen wiederfinden sollen. Mit den Worten «Züri, du geile Sau» verabschiedet sich Marteria ein erstes Mal.

Doch es ist noch lange nicht Schluss. In den ersten beiden Zugaben drückt seine weiche Seite durch. Lila Wolken und Niemand bringt Marten um sind im Vergleich zu seinen anderen Liedern fast schon Kuschelrock. Er zeigt ein weiteres Mal seine Liebe für Zürich: «Was wir hier schon alles erlebt haben! Von ganz klein bis ganz gross. Damals noch im Volkshaus. So viel Liebe in dieser Stadt seit Tag 1». Marteria wäre nicht Marteria, wenn er uns mit diesen Gefühlen ziehen lässt. Nein. Ekstase soll es sein. Mit Feuer bringt er die Stimmung wörtlich zum Brennen. «Die letzten 20 Sekunden. Ich will alle springen sehen». Und nochmal 20 Sekunden. Und nochmal «die wirklich letzten 20 Sekunden». Muss das ZOA-Management Marteria wohl noch von der Bühne zerren? Mit einer Laola-Welle verabschiedet sich Marteria von seinen Fans und macht Platz für den nächsten Act.

Auf der Tent Stage spielt Joji. Der in Osaka geborene Sohn einer Japanerin und eines Australiers gehört zu den grössten unabhängigen Künstlern der Welt. Seine Werke erzielen bis zu 5 Milliarden Streams. Joji kümmert sich vom Schreiben bis zum Design seiner Videos und Liveauftritte um alles. Leider können wir euch aber wegen erschwertem Erstellen von Bildmaterial davon keinen Eindruck vermitteln. Was uns zum heutigen Hauptact und der nächsten Enttäuschung führt. Nach Robbie Williams am Dienstag, werden heute die Daumenschrauben für die Fotografen noch weiter angezogen. Bei The Killers herrscht absolutes Foto- und Videoverbot. Schade! Muss bei der Band alles glatt und perfekt wirken, wie in ihrer Heimatstadt Las Vegas? Der Auftritt der Band, welche «one of the finest Rock 'n' Roll» produziert, wäre definitiv eines längeren Berichts würdig gewesen. Denn es war für alle was dabei. Human, Mr. Brightside, When You Were Young, und viele mehr. The Killers verzichten sogar darauf, die Bühne für die Encore kurz zu verlassen, um über die gesamten 90 Minuten einen Hit nach dem anderen spielen zu können. Doch wie gesagt: Ohne Fotos macht auch das Berichten weniger Spass. Hoffen wir mal darauf, dass die übrigen Headliner Calvin Harris, The Chainsmokers, Cro, und Paul Kalkbrenner nicht dieselben Starallüren und Angst vor unvorteilhaften Fotos haben, wie Mr. Robbie Williams und The Killers.

Aber lasst uns mit was erfreulichem Aufhören: Sarah konnte sich zwischendurch einen Aperol Spritz gönnen und Dario hat sich ein kaltes Magnum reingedrückt. Was will man mehr? (Fotos von The Killers *hust*). Bis zum Freitag, dann berichten wir wieder fürs szenemagazin.

 

 

Eventdatum: 22.08.2023

Fotograf:  Reto Turotti / szenemagazin.ch

Location:  Glattbrugg

Veranstalter: ZOA

Zuschauerzahl: unbekannt

 

DJ Gryffin

 

 

Marteria

 

Weitere Informationen

  • Fotograf/-in: Reto Turotti
Publiziert in Konzert

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